Gehirn, Psyche und Verhalten

Stresssituationen besser bewältigen

Stress gehört für viele Menschen zum Alltag. Damit er nicht Überhand nimmt, gibt es ein paar einfache Tipps, wie er sich vermeiden, reduzieren und steuern lässt.

12.07.2021
Im Arbeitsalltag kann es schnell zu unerwarteten Stresssituationen kommen.	 Foto: Fotolia/Brian Jackson Im Arbeitsalltag kann es schnell zu unerwarteten Stresssituationen kommen. Foto: Fotolia/Brian Jackson

Ein Drücken in der Brust, Herzrasen, Schweißausbrüche, das Gefühl, dass die Denkprozesse im Kopf wie gelähmt sind und sich gleichzeitig nur so überschlagen – das ist Stress. Vor allem im Arbeitsalltag ist er ein häufiger Begleiter.

„Auch wenn sich in der Arbeitswelt langfristig mehr Achtsamkeit und ein relaxterer Umgang mit Herausforderungen im Fokus stehen werden, können stressbelastete Phasen im Leben nicht ganz verhindert werden“, merkt Oliver Kerner an, professioneller Vertriebstrainer, Speaker und Coach aus Bremen. Er gibt ein paar einfache Tipps, damit Betroffene auch erhöhte Stressphasen unbeschadet überstehen.
„Wenn es stressig wird: Erst einmal durchatmen und nichts tun“, sagt Kerner. „Wer jetzt schon tausend Gedanken denkt und tausend Handlungen beginnt, wird direkt stolpern und fallen.“ Also: „Zuerst herunterfahren, priorisieren und Schritt für Schritt strukturieren.“

Auf keinen Fall sollten Stresssituationen im Multitasking bewältigt werden. „Multitasking ist nur bei routinierten und gut bekannten Abläufen eine zeitsparende und somit effektive Methode. Stress hingegen entsteht in unbekannten, unerwarteten Situationen oder durch ebensolche Aufgaben, die es zu bewältigen gilt.“ Besser ist in Stressfällen die Unterteilung der Problembewältigung in einzelne, kleine Schritte. Das ermöglicht, die Teilabschnitte besser zu reflektieren und auf ihren Erfolg zu prüfen. Hier spielt auch ein realistisches Zeitmanagement eine wichtige Rolle.

Es gibt viele Methoden für effektive Zeitplanung, die je nach Aufgabe anders gewählt werden sollten. Dazu gehört das Auflisten der Aufgaben und Einteilung in Prioritäten mit Einschätzung der benötigten Bearbeitungsdauer. Alles, was nicht Priorität hat oder direkt mit dem Stressauslöser zu tun hat: entweder liegen lassen oder delegieren. Ein weiterer wichtiger Punkt für Kerner: auch mal Neinsagen bei Gefälligkeiten für andere Menschen – selbst wenn man sonst gerne hilfsbereit ist, sich verpflichtet fühlt oder die Aufgabe normalerweise gerne macht. (red)