Sport, Knochen und Gelenke

Fersenschmerzen dauerhaft lindern

Tanzen, Joggen, Wandern – all das ist mit einem Fersensporn eine Qual. Doch welche Behandlung kann das Problem lösen?

28.09.2017
Gut zu Fuß sein  –  ohne Schmerzen  –  ist ein Stück Lebensqualität.  Foto: Fotolia_Peter Atkins

Stechende Schmerzen bei jedem Schritt, vor allem morgens beim Aufstehen oder nach einer längeren Phase der Belastung? Das klingt nach einem Fersensporn. Dabei ist die in der Fußsohle gelegene Sehnenplatte am Fersenbein gereizt und entzündet. Das kann zu Gewebeveränderungen und damit zu Fersenschmerzen führen. Sie beeinträchtigen die Bewegungsfähigkeit und die Lebensqualität.
Bringen einfache Maßnahmen wie Schuheinlagen, Dehnungsübungen, Medikamente oder Fersenpolster langfristig keine Besserung, empfehlen Fachärzte neben einer Eigenbluttherapie häufig eine extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT). Doch wie gut ist diese Therapie für Selbstzahler tatsächlich?

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Weniger Schmerzen

Zumindest scheint sie bei der Behandlung eines Fersensporns besser zu sein als eine Scheintherapie (Placebo), eine Behandlung mit Ultraschall oder eine Iontophorese – die Aufnahme von Arzneimitteln durch die Haut mithilfe eines schwachen elektrischen Stroms. Das hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bekanntgegeben. Dafür hatte das IQWiG insgesamt 29 Vergleichsstudien ausgewertet.
Aus den 15 Studien, in denen die ESWT mit Scheinbehandlungen verglichen wurde, ergaben sich bei den für die Patienten bedeutenden Endpunkten Schmerz und körperlicher Funktionsstatus jeweils ein Beleg und ein Anhaltspunkt für einen Nutzen der ESWT.
Bei zwei von sechs aktiven Vergleichstherapien ergaben sich Anhaltspunkte für einen höheren Nutzen der ESWT gegenüber Ultraschall und einer Iontophorese plus Einnahme schmerzstillender Mittel. Unklar bleibt, wie viel Energie nötig ist, um die positive Wirkung zu erzielen und zugleich die Nachteile der Behandlung zu minimieren. Und dazu gehört der Schmerz. Denn ab einer gewissen Intensität kann die Behandlung mit Stoßwellen nämlich schmerzhaft sein, sodass die Stelle häufig vorher lokal betäubt wird.

Zellwachstum anregen

Stoßwellen sind stark gebündelte Druckwellen, die Schallwellen ähneln. Sie werden unter anderem zur Zertrümmerung von Nierensteinen eingesetzt. Bei der Anwendung von außen, wie es bei der ESWT der Fall ist, wird in der Regel die schmerzhafteste Stelle am Fuß behandelt. Die Stoßwellen sollen die Zellen zur Bildung von Zytokinen anregen. Das sind Eiweißstoffe, die unter anderem das Wachstum von Zellen anregen. Dadurch soll das entzündete Bindegewebe in der Ferse schneller heilen. In der Regel sind bei der ESWT über ein bis zwei Wochen etwa drei bis fünf Sitzungen nötig. (red)