Sport, Knochen und Gelenke

E-Bikes sind gesünder als gedacht

Fahrradfahrer, die eine Push-up-Funktion nutzen, werden immer noch belächelt. Dabei halten die Turbo-Räder ähnlich fit wie normale, zeigt eine Studie.

30.10.2018
Hoch zu Ross: Ohne die Unterstützung durch den kleinen Motor würden viele Menschen vor solchen Bergtouren zurückschrecken.  Foto: Fotolia / Patrizia Tilly Hoch zu Ross: Ohne die Unterstützung durch den kleinen Motor würden viele Menschen vor solchen Bergtouren zurückschrecken. Foto: Fotolia / Patrizia Tilly

Fahren Sie noch ein normales Rad? Dann haben Sie sich sicher schon mal über diejenigen geärgert, die am Berg scheinbar mühelos an ihnen vorbeifliegen. „Das kann ja jeder“ lautet ein sicher nicht falscher Vorwurf, den man ihnen im Geiste hinterherschreit. Doch was den Fitnessvorteil betrifft, schneiden E-Biker nicht schlechter ab als die hartnäckigen Hardcore-Radler. Wissenschaftler der Universität Basel gaben jetzt im Clinical Journal of Sport Medicine bekannt, dass Gesundheit und Fitness mit batteriebetriebenen Räder ähnlich effektiv gefördert werden können wie mit herkömmlichen Fahrrädern. Davon profitieren würden vor allem übergewichtige und untrainierte Menschen.

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Fitter in vier Wochen

Ausgangspunkt für die Pilotstudie war die Aktion „Bike to Work“, die seit zehn Jahren in der ganzen Schweiz durchgeführt wird. Dabei werden Berufspendler jährlich eingeladen, einen Monat lang auf ein Rad oder ein E-Bike umzusatteln. Knapp 65.000 Menschen haben in diesem Jahr daran teilgenommen.
Eine Forschungsgruppe am Departement Sport, Bewegung und Gesundheit der Universität Basel hat nun untersucht, wie groß die körperliche Beanspruchung bei der Nutzung des E-Bikes im Vergleich zum herkömmlichen Fahrrad ist. Das Ergebnis: Das Training mit dem E-Bike ist nicht weniger effektiv, sondern hat einen vergleichbaren Nutzen für Gesundheit und Fitness, und das bereits nach kurzer Zeit.

Mehr Ausdauer und Motivation

Die Teilnehmer legten an mindestens drei Tagen pro Woche sechs Kilometern per Bike zurück. Während die eine Hälfte mit dem Rad unterwegs war, trainierte die andere mit dem E-Bike. Nach einem Monat wurden die Teilnehmer erneut untersucht. Das Ergebnis: Beide Gruppen waren – gemessen an ihrer Sauerstoffaufnahmekapazität (VO2) – vergleichbar fit.
Auf Dauer sinkt damit das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Zudem arbeitete das Herz nach dem vierwöchigen Training ökonomischer. Das kann vor allem „Übergewichtigen wie auch älteren Menschen helfen, die sich mit regelmäßiger Fitness ansonsten schwertun würden“, so Studienleiter Arno Schmidt-Trucksäss, Professor für Sportmedizin von der Universität Basel. Sein Fazit: Wer regelmäßig mit dem E-Bike trainiere, profitiere dauerhaft, und zwar in puncto Fitness, Blutdruck, Fettstoffwechsel und Psyche. (red)