Mund, Zähne und Kiefer

Zahnfleischtaschen reinigen lassen

Chronische Zahnfleischentzündungen reichen meist noch tiefer. In Taschen unterhalb der Zähne sammeln sich Bakterien, die man nicht so leicht entfernen kann.

25.01.2019
Zahnfleischtaschen können bis zur Zahnwurzel reichen.  Foto: Fotolia / Dan Race

Rund 60 Prozent der Bevölkerung in Deutschland haben eine Parodontitis. Davon leiden vier bis acht Prozent der Erwachsenen und 14 bis 22 Prozent der Senioren an einer schweren Form der Zahnfleischentzündung. Eine unglaublich hohe Zahl!
Eine Parodontitis verläuft zumeist ohne deutliche Schmerzen und wird somit oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt.
Die Ansiedlung von Bakterien auf der Zahnoberfläche führt zunächst zur Zahnfleischentzündung, die später auch auf andere Teile des Zahnhalteapparats übergehen kann. Im schlimmsten Fall droht Zahnverlust.
Beläge und feste Ablagerungen oberhalb des Zahnfleischrands kann man durch eine professionelle Zahnreinigung entfernen lassen. Doch bilden sie sich unterhalb des Rands bis hin zur Wurzel, können tiefe Zahnfleischtaschen entstehen. Dann ist eine intensive Tiefenreinigung notwendig, die „geschlossene Parodontaltherapie“ (Deep Scaling). Dabei werden mit speziell geformten Instrumenten oder per Ultraschall Bakterien, Ablagerungen und entzündetes Gewebe aus der Zahnfleischtasche entfernt.
Die Behandlung findet schmerzfrei unter örtlicher Betäubung statt, doch das Schaben am Zahn kann etwas unangenehm und das Zahnfleisch in den folgenden Tagen empfindlich sein. Eine gleichzeitige Wurzeloberflächenglättung erschwert die erneute Ablagerung von Bakterien, auch Antibiotika und Laser können zum Einsatz kommen.
Nach drei bis sechs Monaten erfolgt eine Kontrolluntersuchung. War die Behandlung nicht erfolgreich oder ist die Parodontitis bereits weit fortgeschritten, muss die Säuberung chirurgisch durchgeführt werden. Das trifft jedoch für die wenigsten Patienten zu. (red)

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