Augen, Nase und Ohren

Hörminderung durch Ohrpfropf?

Eine plötzliche Hörminderung muss nicht immer eine ernste Ursache haben. Auch eine bloße "Verstopfung" kann dahinter stecken. Von einer Selbstbehandlung sollte man dennoch besser absehen.

12.02.2018
Plötzliche verstopfte Ohren? Dann schnell zum Arzt!  Foto: Adobe Stock / Claudia Busch

Von jetzt auf gleich dröhnt es im Ohr, und alles hört sich plötzlich so dumpf an? Das muss kein Tinnitus sein. Nicht selten steckt ein simpler Ohrenschmalzpfropf – Cerumen obturans – dahinter. Er bildet sich, wenn übermäßig viel Ohrenschmalz produziert wird oder der natürliche Selbstreinigungsmechanismus des äußeren Gehörgangs gestört ist, was u. a. auf eine unsachgemäße Reinigung mit Wattstäbchen zurückzuführen ist. Das nämlich sei keine gute Idee, sagen die Experten auf hno-aerzte-im-netz.de. Denn dadurch schiebe man den Ohrenschmalz nur weiter Richtung Trommelfell. Mit der Zeit sammele sich dort einiges an, was das Hören deutlich erschwert. Quillt der Pfropf dann z. B. nach dem Schwimmen oder Duschen auf, kann das Ohr sogar ganz „zufallen“. Betroffene berichten häufig von einem Gefühl, als wären sie auf einem Ohr taub. Auch Druckgefühl und Schwindel sind häufige Symptome, die Betroffene beunruhigen.
In diesem Fall sollte man nicht selbst herumexperimentieren, raten die Experten, sondern den Pfropf professionell beim HNO-Arzt entfernen lassen. Dieser kann ihn entweder einweichen und ansaugen oder mit einem Metallhäkchen sanft entfernen. Auch eine Spülung des zuvor mit Ohrentropfen eingeweichten Pfropfes ist eine Möglichkeit. In der Apotheke gibt es spezielle Sprays, die den Pfropf ebenfalls einweichen und auflösen können. Von einer Selbstbehandlung mit Präparaten zum Erweichen und Ausspülen eines Ohrenschmalzpfropfs ist jedoch abzuraten. Zum einen können diese Gehörgang und Trommelfell verletzen, zum anderen sind eventuelle ernste Ursachen der Beschwerden für einen medizinischen Laien nicht erkennbar. (red)

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