Alternative Heilmethoden

Mit Akupunktur gegen Unfruchtbarkeit?

Ungewollte Kinderlosigkeit hat oft mehrere Ursachen. Auch Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut können schuld sein. Die Akupunktur kann helfen.

03.07.2019
Die Endometrioseherde sind im Gebärmutter-Modell als rote Punkte markiert.      Foto: Universitätsklinikum Ulm Die Endometrioseherde sind im Gebärmutter-Modell als rote Punkte markiert. Foto: Universitätsklinikum Ulm

Starke Schmerzen, unregelmäßige Monatsblutungen und ungewollte Kinderlosigkeit. Dies alles können Symptome von Endometriose sein. Hinter dem Begriff verbergen sich gutartige Wucherungen von Gebärmutterschleimhautgewebe außerhalb des Uterus. Jede achte bis zehnte Frau leidet darunter.

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Behandlung setzt oft spät ein

„Circa 40.000 Frauen in Deutschland erkranken jedes Jahr neu an Endometriose – eine enorme Anzahl. Leider vergehen im Schnitt zehn Jahre, bis die richtige Diagnose – durch eine Bauchspiegelung – gestellt wird und entsprechende Therapien eingeleitet werden können. Deshalb liegt es uns besonders am Herzen, Betroffenen zu helfen und ein öffentliches Bewusstsein für die Erkrankung zu schaffen“, erklärt Dr. Peter Widschwendter, Oberarzt und Leiter des Endometriosezentrums am Universitätsklinikum Ulm.

Schmerzhafte Entzündungsherde

Bei Endometriose handelt es sich zwar um eine gutartige Erkrankung, die jedoch häufig mit zahlreichen Beschwerden einhergeht. Vor allem mit Schmerzen. Der Grund: Bei jeder Periodenblutung können Zellen, die große Ähnlichkeiten mit der Gebärmutterschleimhaut haben, eine Art Entzündung hervorrufen. Diese Beschwerden variieren je nachdem, wie die Gebärmutterschleimhaut im Laufe des Zyklus‘ anschwillt und mit der Periode abblutet.

Eingeschränkte Fruchtbarkeit

Bei einigen Frauen kann die Erkrankung zusätzlich die Fruchtbarkeit einschränken und so zu einem unerfüllten Kinderwunsch führen. Denn diese Gewebeherde außerhalb der Gebärmutter können zu Verklebungen führen, die den Transport der befruchteten Eizelle erschweren. Außerdem bringen sich dadurch im Bauchraum sehr viele Abwehrzellen, sogenannte Killerzellen, in Stellung. Diese können die Spermien entweder lahmlegen oder ganz vernichten.

Mit Nadeln gegen Schmerzen

Eine Vergleichsstudie hatte erst kürzlich positive Ergebnisse bei der Behandlung von Endometriose mit Akupunktur ergeben. Wissenschaftler werteten dafür zehn Studien mit insgesamt 589 Patienten zu diesem Thema aus. Die Analyse zeigte, dass Akupunktur einen positiven Effekt auf Schmerz, klinische Befunde und CA-125 Konzentration im Blut hatte. Der CA-125 Wert ist bei Patientinnen mit Endometriose häufig erhöht.

Blockierte Energie lösen

Doch wo genau setzt die Akupunktur an? Die Akupunktur ist Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Im Falle einer Endometriose wird laut TCM eine Blockade der Lebensenergie („Qi“) im Bauchraum vermutet. Dadurch könnte das Menstruationsblut nicht richtig abfließen. Oder es fließt entgegengesetzt, sodass die Endometriumszellen durch die Eileiter nach oben wandern und sich im Bauchraum verteilen. Durch die Nadeln versucht man, das Immunsystem zu stärken, um die fehlgeleiteten Zellen zu zerstören. Auch die Schmerzen zu lindern, ist ein Ergebnis der Therapie.(red)