Allgemeine Medizin

Bauchfell-Dialyse wird sicherer

Diese Form der Blutwäsche ist sehr viel schonender, birgt jedoch auch ein Infektionsrisiko. Das soll sich nun ändern.

16.04.2018
Gesunde Nieren filtern und reinigen das Blut.   Foto: Adobe Stock / hywards

Bei einem akuten oder chronischen Nierenversagen brauchen Patienten eine Blutwäsche (Dialyse), um Stoffwechselprodukte und Wasser aus dem Körper zu schwemmen. Nicht immer muss diese aber extrakorporal, also außerhalb des Körpers, stattfinden. Gerade jüngere Patienten und solche, die noch keine Bauchoperationen hatten, können auch auf die Bauchfelldialyse (med. Peritonealdialyse, PD) zurückgreifen. Die PD ist das häufigste Nierenersatzverfahren im jungen Kindesalter. Dabei werden die Giftstoffe, durch die Membran des Bauchfells gefiltert. Der Vorteil: Dafür ist nur ein tragbarer Apparat nötig. Patienten können diese Dialyse deshalb überall selbst durchführen, daheim oder auf Reisen und ohne die Anbindung an ein Dialysezentrum.
Das Problem: Die Behandlung, bei der die Membran des Bauchfells als Filter dient, wird oft durch Infektionen und chronische Entzündungen kompliziert. Dies soll in Zukunft mit Hilfe einer neuartigen Dialyse-Flüssigkeit vermieden werden. Wie Prof. Dr. Christoph Aufricht, Medizinische Universität Wien, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, in einer neuen Studie herausgefunden hat, macht der von ihm entdeckte zellschützende Wirkstoff das Bauchfell widerstandsfähiger gegen Schädigungen. Er erhöht die Aktivierung zellulärer Abwehrmechanismen, die ein zentraler Bestandteil der natürlichen Zellreparatur sind, und wirkt so einer Schädigung der Zellen in der Bauchhöhle entgegen. Und das ist wichtig, da sonst eine Bauchfellentzündung entstehen könnte, die häufig zu einem Behandlungsabbruch führt.(red)

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