Sport, Knochen und Gelenke

Mini-Gelenkprothesen für steife Finger

Ersatz für kaputte Knie und Hüften kennt jeder. Doch nun gibt es auch winzige Implantate für die Hand.

20.09.2020
Die Hände sind ständig im Einsatz.   Foto: AdobeStock/Giulio Fornasar Die Hände sind ständig im Einsatz. Foto: AdobeStock/Giulio Fornasar
Foto: Asklepios

Dr. med. T. Rahim



Arthrose an der Hand ist nicht selten. Wer beruflich viel mit den Händen arbeiten muss oder musste, leidet besonders häufig unter der chronisch fortschreitenden, degenerativen Gelenkerkrankung. Schmerzen, Schwellungen und Steifheit aber können den Alltag und die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Einfache Handgriffe wie einen Schwamm auszudrücken oder einen Nagel in die Wand zu schlagen, werden dann zur ständigen Herausforderung.
Anlässlich des Tags der Hand am 1. März 2020 wies die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) darauf hin, dass Schmerzfreiheit und der Erhalt der Beweglichkeit einen hohen Stellenwert in der Behandlung haben.

Konservative Methoden

Bewährt haben sich bei der Handarthrose konservative Behandlungsoptionen wie Ruhigstellung, Injektionen, Medikamente oder Handtherapie. Wenn diese ausgeschöpft sind oder keinen Erfolg bringen, können handchirurgische Maßnahmen helfen. „Die Hände sind für den Alltag unentbehrlich.
Heute können wir Beweglichkeit von Fingergelenken mit modernsten Implantaten erhalten. Sie bieten inzwischen eine Alternative zur operativen Versteifung“, hebt Prof. Dr. Dieter C. Wirtz, Präsident der DGOU und Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Bonn, den Fortschritt in der Medizin hervor.

Beweglichkeit erhalten

Künstlicher Gelenkersatz kommt dann in Betracht, wenn Beschwerden in den Mittel- und Grundgelenken zunehmen, aber noch eine gute Restbeweglichkeit des Fingergelenks vorhanden ist.
Die Endoprothesen befreien die Finger von den Schmerzen und erhalten langfristig ihre Beweglichkeit. Zudem bieten sie der hand mehr Stabilität.
Die rechtzeitige Beratung durch einen erfahrenen Spezialisten ist in diesem Fall jedoch besonders wichtig. (red)