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Knie am Limit – wann macht ein Gelenkersatz Sinn?

28.03.2020
Foto: St. Josefs-Hospital Wiesbaden

Prof. Dr. med. Jens Dargel
Chefarzt am Zentrum für
Orthopädie, Wirbelsäule und Unfallchirurgie
Klinik für Orthopädie
St. Josefs-Hospital Wiesbaden



Schmerzen im Kniegelenk können unterschiedliche Auslöser haben. Eine der häufigsten Ursachen ist ein Meniskusschaden. Durch eine Verletzung oder durch Verschleißerscheinungen des Meniskus werden Schmerzen ausgelöst.
Helfen konservative Behandlungen mit schmerz- und entzündungshemmenden Mitteln nicht, kann eine Operation erforderlich werden. Was zum Einsatz kommt, hängt auch vom Grad des Gelenkknorpelschadens am Kniegelenk ab. Die Übergänge von einem kleinen Defekt bis hin zu einer schweren Arthrose des Kniegelenks (Gonarthrose) sind dabei fließend.
Arthrose ist eine Volkskrankheit. Rund fünf Millionen Menschen in Deutschland sind davon betroffen. Dabei schwindet der Knorpel – das Gewebe, das im gesunden Gelenk die Knochenenden mit einer dünnen Schicht überzieht und dafür sorgt, dass diese nicht aneinander scheuern.
Schon im Frühstadium der Arthrose können sich die Betroffenen zunehmend schlechter bewegen und haben Schmerzen bei Belastung. Viele Patienten meiden deshalb irgendwann körperliche Aktivität. Dabei ist Bewegung für das Gelenk sehr wichtig. Sie kräftigt die Muskulatur und verringert die Entzündung.
Die Ursache für die Knorpelzerstörung ist eine Fehlsteuerung in den Knorpelzellen. Aber auch Übergewicht, Fehlstellungen oder Verletzungen spielen eine Rolle. Bei weiter fortgeschrittenem Knorpelschaden besteht die Möglichkeit, einen Teil oder das gesamte Gelenk durch ein Kunstgelenk zu ersetzen.
Liegt eine ausschließlich den inneren Gelenkabschnitt betreffende Kniegelenksarthrose vor, wird nur der Knochen der Innenseite des Kniegelenkes mit einer „Schlittenprothese“ ersetzt. Bei einer Arthrose des gesamten Kniegelenks und gleichzeitig guter Stabilität der Kniegelenksbänder wird eine Oberflächenersatzprothese eingesetzt. Das ist die am häufigsten durchgeführte Kunstgelenksoperation am Kniegelenk.
Die Implantation einer solchen Knieendoprothese hat das Ziel, Schmerzfreiheit, Bewegungs- und Gehfähigkeit wiederherzustellen und gegebenenfalls das Bein zu begradigen, etwa bei bereits bestehenden X- oder O-Beinen. Diese wichtigen Funktionen werden durch perfekt gestaltete Formen und Materialien unterstützt. Nur so gelingt es, die Funktion des Knies bestmöglich nachzuahmen.
Die Auswahl der optimalen Endoprothese sollte immer mit Erfahrung und Verantwortung vorgenommen werden. Dabei werden nicht nur Alter, Geschlecht und die Beanspruchung des Gelenks analysiert. Auch die Knochenqualität und andere körperliche Befunde spielen dabei eine wichtige Rolle.