Haut, Haare und Ästhetik

Heller Hautkrebs auch Berufskrankheit

Ein Platz an der Sonne beim Arbeiten birgt ein gewisses Gefahrenpotenzial. Aus harmlosen Veränderungen kann Hautkrebs entstehen. Vorbeugung ist wichtig.

10.10.2019
Wer viel im Freien arbeitet, hat ein höheres Hautkrebsrisiko.   Foto: Fotolia/Kzenon Wer viel im Freien arbeitet, hat ein höheres Hautkrebsrisiko. Foto: Fotolia/Kzenon

Seit 2015 wird der helle Hautkrebs in Deutschland als Berufskrankheit anerkannt. Denn Menschen, die über lange Zeit im Freien arbeiten und intensiver Sonnenstrahlung ausgesetzt sind, haben ein nachweislich höheres Risiko daran zu erkranken. Besonders gefährdet sind Menschen in den sogenannten Outdoor-Berufen, der Bauindustrie, dem Gartenbau oder der Landwirtschaft.

Hohe Dunkelziffer

Prof. Dr. Peter Elsner von der Universitäts-Hautklinik Jena gab auf der 50. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft Anfang Mai bekannt, dass im Jahr 2017 mehr als 6000 Fälle von hellem Hautkrebs an die Unfallversicherungen gemeldet und fast 4000 davon als Berufskrankheit anerkannt wurden. Die Dunkelziffer sei jedoch deutlich höher, denn nicht alle Betroffenen würden überhaupt erkennen, dass sie ein Hautproblem hätten und selbst wenn, gingen sie nicht immer zum Hautarzt.

Unfallversicherung zahlt

Etwa drei Millionen Menschen arbeiten deutschlandweit im Außenbereich und sind täglich den krebsauslösenden Einflüssen der Sonne ausgesetzt. „Eine regelmäßige dermatologische Untersuchung ist bei allen Outdoorworkern zu empfehlen“, rät Elsner. Im Falle einer Diagnose kann dann eine Meldung an die gesetzliche Unfallversicherung erfolgen. Denn nur wenn diese über eine Erkrankung informiert wurde, kann die Berufskrankheit anerkannt werden. Der Unterschied zu anderen Betroffenen: Die Behandlung der Erkrankung erfolgt lebenslang zu Lasten der gesetzlichen Unfallversicherung, deren Leistungen umfangreicher sind als die der gesetzlichen Krankenversicherungen. In schweren Fällen können Betroffene auch eine Rente der Unfallversicherung erhalten.

Mehr Sonnenschutz im Beruf

Für einen besseren Schutz der Risikogruppe fordert Prof. Dr. Elsner vermehrte Anstrengungen zum Sonnenschutz im beruflichen Bereich. Dies könne durch technische Maßnahmen wie Beschattungen erfolgen, aber auch durch textilen Sonnenschutz und geeignete Sonnenschutzpräparate. Der Experte: „Viele Unternehmen haben die einfachen Möglichkeiten zur Hautkrebsprävention noch nicht erkannt, geschweige denn umgesetzt“.

Hellen Hautkrebs erkennen

Der helle Hautkrebs zeigt sich bereits lange in einer Vorstufe mit Rötungen und Schuppungen an Hautstellen, die intensiv der Sonne ausgesetzt sind: im Gesicht und auf den Handrücken.
Aus diesen „aktinischen Keratosen“ können sich später invasive Plattenepithelkarzinome entwickeln, die Knoten oder Geschwüre bilden und über Metastasen auch tödlich verlaufen können. Die medikamentösen Therapien sind sehr wirksam. Haben sich bereits Plattenepithelkarzinome entwickelt, muss jedoch operiert werden. (red)