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Schlafstörungen gründlich diagnostizieren

27.09.2020
Foto: Dr. Osama Abu Hassan Foto: Dr. Osama Abu Hassan

Dr. med. Osama Abu Hassan
Facharzt für Innere Medizin,
Leiter des Schlaflabor Wiesbaden,
Schlafmedizin, Somnologie (DGSM),
Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin



Millionen Menschen in Deutschland leiden gelegentlichen unter Schlafstörungen, jeder Zehnte unter einer schweren Form (Insomnie). Der Konsum an Medikamenten ist hierzulande entsprechend hoch. Dabei sollte man Schlafmittel nur vorübergehend einnehmen, sonst kann ein Gewöhnungseffekt eintreten. Bei stärkeren Präparaten, für die man ein Rezept vom Hausarzt braucht, ist das Risiko einer Suchterkrankung groß.
Deshalb ist es wichtig, die Ursache von Schlafstörungen schnellstmöglich zu erforsche
n und abzustellen. An vorübergehenden Ein- und Durchschlafstörungen sind meist Sorgen und Grübeleien schuld: Probleme auf der Arbeit, Angst vor einem Jobverlust oder Überforderung und Streit im privaten Umfeld. Doch auch Lärm oder körperliche Ursachen, wie Schmerzen, Schnarchen oder sogar wiederholte Atemaussetzer (Schlafapnoe) können den Schlaf stören und die nötige Erholung beeinträchtigen. Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen und eine Schwächung des Immunsystems können die unmittelbaren Folgen sein. Auf Dauer drohen auch Schäden an einzelnen Organen, etwa durch einen chronischen Sauerstoffmangel aufgrund von Atemaussetzern. Das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko steigt dadurch beträchtlich. Aber auch Libido- und Potenzstörungen oder Depressionen können die Folge sein.
Wer es genau wissen will, warum er nachts nicht schlafen kann, und von den Tabletten weg möchte, sollte sich deshalb in einem Schlaflabor untersuchen lassen.

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