Allgemeine Medizin

Freiheit für die Lunge!

Ende Mai war Weltnichtrauchertag. In Zeiten von Corona einmal mehr Anlass, über einen Ausstieg aus der Nikotinsucht nachzudenken. Wer diesen auch in die Tat umsetzen will, bekommt Hilfe.

10.08.2020
Foto: AdobeStock/9nong Foto: AdobeStock/9nong
Dr. med. Tanja Schlereth

Priv.-Doz. Dr. med. Tanja Schlereth
Oberärztin Neurologie
DKD Helios Klinik
Wiesbaden



„Hören Sie auf zu rauchen!“ Diesen Ratschlag lesen und hören Raucher immer wieder. Er klingt in der Tat etwas langweilig und abgedroschen. Und auch von den wenig appetitlichen Schock-Fotos auf den Zigarettenschachteln lassen sich hartgesottene Fans des Qualmens nicht abschrecken.
An den Tatsachen aber ändert das nichts. Rauchen ist und bleibt ein ernstes Gesundheitsrisiko. In Corona-Zeiten gilt das doppelt. Denn ist die Lunge durch das Rauchen vorbelastet, kann sie eine Covid-19-Erkrankung sehr viel schlechter überstehen als die eines Nichtrauchers.

Viele Tote, auch ohne Corona

Raucher gehören damit zu den Risikopatienten in der gegenwärtigen Krise. Laut statistischem Bundesamt sterben aber auch ohne Corona jedes Jahr bis zu 140.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. E-Zigaretten sind nicht ungefährlicher, und die Menthol-Zigarette darf seit Kurzem nicht mal mehr verkauft werden.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn äußerte anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai 2020: „Die Coronavirus-Pandemie hat unser aller Alltag nachhaltig verändert. Das kann aber auch ein Anlass sein, schlechte Gewohnheiten zu hinterfragen. Mit dem Rauchen aufzuhören, ist immer eine richtige Entscheidung. Wer das Qualmen lässt, schützt Lunge und viele weitere Organe und kann damit zusätzliche wertvolle Lebensjahre gewinnen.“

Gefährliche Folgen

Rauchen schädigt primär die Lunge und die Bronchien und begünstigt Atemwegserkrankungen. Durch langjähriges Rauchen werden die Schleimhäute mit den erregerabwehrenden Flimmerhärchen durch teerhaltige Stoffe des Tabakrauchs zerstört, sodass Erreger und Feinstäube bis in die tiefen Lungenabschnitte vordringen und dort Schaden anrichten können. Laut Stiftung Gesundheitswissen gilt es mittlerweile als gesichert, dass Rauchen das Lungenkrebsrisiko deutlich erhöht, aber auch andere Erkrankungen wie die eine Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und die Arterienverkalkung (Atherosklerose) begünstigen kann. Letztere führt zum Raucherbein, das ohne erfolgreiche Therapie amputiert werden muss. (bibi)