Sport, Knochen und Gelenke

Was tun beim Facettensyndrom?

Wenn sich die kleinen Zwischenwirbelgelenke abnutzen, kann das heftige Schmerzen verursachen. Bis zu 40 Prozent aller Rückenleiden stehen damit in Verbindung.

22.11.2019
Der untere Rücken ist die größte Schwachstelle.  Foto: AdobeStock/mangostock Der untere Rücken ist die größte Schwachstelle. Foto: AdobeStock/mangostock

Sie können beim Umdrehen im Bett genauso auftreten wie bei den ersten Schritten nach dem Aufstehen: kreisförmig ausstrahlende Schmerzen und Druckempfindlichkeit am Rücken. Auch ein Wetterwechsel in Richtung Kälte und Nässe kann die Beschwerden verursachen. „Beim Facettensyndrom handelt es sich um arthrotische Veränderungen an den kleinen Wirbelgelenken rechts und links der Wirbelsäule“, erklärt Dr. Reinhard Schneiderhan vom gleichnamigen Medizinischen Versorgungszentrum in München. „Die Ursachen sind meist einseitige Be- und Überlastung sowie ein zu schwaches Muskelkorsett. Es kann aber auch ein Bandscheibenverschleiß oder Bandscheibenvorfall vorliegen.“

Schmerzen am unteren Rücken

Da sich die Wirbelgelenke nach und nach abnutzen, kann auch der Knorpel Schaden nehmen. Dadurch verliert das gesamte Aufrichtesystem der Wirbelsäule an Stabilität. „Der Körper versucht, das auszugleichen, baut Knochenmasse an den Gelenkrändern auf, um eine zusätzliche Stabilität zu erreichen“, sagt der Wirbelsäulenexperte. „Als Folge entzünden sich die Gelenkkapseln. Sie schwellen an, und genau das verursacht dann Schmerzen.“
Meist ist der untere Bereich der Wirbelsäule betroffen, hier ist die Belastung am größten. Manchmal aber auch die Halswirbelsäule.
Unbehandelt drohen schmerzende Muskelverspannungen und eine Spinalkanalstenose.

Muskel- und Schmerztherapie

In der Frühphase der Erkrankung können entzündungshemmende und muskelentspannende Medikamente helfen, so Schneiderhahn. „Sollte das ausreichen, die Beschwerden zu bekämpfen, ist es ganz wichtig, dass Patienten regelmäßig die Muskulatur trainieren. Nur ein ausreichend stabiles Muskelkorsett kann verhindern, dass es zu einem erneuten Facettensyndrom kommt.“
Andernfalls ist ein minimal-invasiver Eingriff nötig. „Bei der sogenannten Thermokoagulation führen wir eine Thermosonde bis hin zur Schmerzfaser“, erklärt der Experte. Die Sondenspitze verödet durch Hitze die Schmerzfaser. Dadurch wird die Schmerzweiterleitung unterbrochen. Bereits vorliegende Verknöcherungen werden mit Mikroinstrumenten abgetragen. Der Schmerz verschwindet, die Beweglichkeit bleibt erhalten. Patienten sind bereits einen Tag nach dem Eingriff wieder fit. (red)