Sport, Knochen und Gelenke

Was tun bei Fersenschmerzen?

Stechende Schmerzen bei jedem Schritt – das kann auf eine Entzündung der Sehnenplatte hinweisen. Unbehandelt kann daraus ein Fersensporn entstehen. Doch wie kann man vorbeugen?

08.10.2020
Den Ursachen auf die Spur kommen.  Foto: Fotolia/Peter Atkins Den Ursachen auf die Spur kommen. Foto: Fotolia/Peter Atkins
Foto: Asklepios

Dr. med. T. Rahim



Oft kommt der Schmerz ganz unerwartet: nachdem der Fuß fast unbemerkt irgendwo angestoßen ist, man ausgiebig getanzt hat und nach einer kleinen Pause weitermachen will. Oder nach langem Stehen – also in ganz alltäglichen Situationen.
Besonders bei Druck und Belastung treten die Fersenschmerzen auf, die von einer Entzündung der Sehnenplatte an der Fußsohle auf der Höhe des Sehnenansatzes am Fersenbein ausgelöst werden.
Vor allem Frauen sind davon betroffen – und generell Menschen zwischen 40 und 50 Jahren, wobei die Wahrscheinlichkeit, an einer „Plantarfasziitis“ zu erkranken, mit den Jahren zunimmt.

Überlastung und kurze Muskeln

„Die Erkrankung ist in der Regel auf eine Überlastung zurückzuführen, etwa durch zu viel Sport, langes Stehen oder Gehen oder das häufige Tragen von High Heels, die den Fuß falsch belasten und eine Verkürzung der Wadenmuskulatur fördern“, weiß, Dr. med. Thomas Schneider, Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin aus Gundelfingen. „Übergewicht spielt zudem ebenso eine Rolle wie die natürlichen Verschleißerscheinungen des Körpers, die ab dem Alter von rund 40 Jahren an vielen Stellen auftreten können.“

Morgens starke Schmerzen?

Schmerzen nach dem Aufstehen, die an einem Punkt etwa fünf Zentimeter vom hinteren Ende der Ferse entstehen, sind oft besonders heftig. Sie verschwinden aber wieder, nachdem man ein paar Schritte gegangen ist, und tritt nach Ruhepausen, beispielsweise nach längerem Sitzen, wieder auf. Aber auch beim Sport – nach einer längeren Aufwärmphase ist der Schmerz zunächst weg
– kommt er während der Belastung wieder. Tatsächlich gibt es aber keinen erwiesenen Zusammenhang zwischen der Trainingsdauer und der Häufigkeit der Beschwerden.

Konsequent üben

Bei akuten Beschwerden hilft es, den Fuß zu kühlen und hochzulegen. „In manchen Fällen sind auch schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente angezeigt. Darüber hinaus ist eine Behandlung beim Physiotherapeuten, der sich auf die Dehnung der Wadenmuskulatur fokussiert, zu empfehlen“, so der Experte. Linderung bringen aber auch spezielle Dehnübungen, die problemlos zu Hause vorgenommen werden können.
Ganz einfach, aber wirkungsvoll ist es, im Sitzen mit dem betroffenen Fuß über eine kalte Getränkedose oder Flasche für rund eine Minute vor- und zurückzurollen. Auch ein Igelball, der mit dem Fuß hin- und hergerollt wird, kann Erleichterung bringen, da er die Plantarfaszie dehnt. (red)