Sport, Knochen und Gelenke

Knacken und Knirschen im Knie – harmlos?

Es hört sich an wie Sand im Getriebe. Doch wann wird es fürs Knie wirklich gefährlich?

18.11.2020
Regelmäßiges Radfahren schmiert und stabilisiert das Kniegelenk und macht dazu noch richtig Spaß.	  Foto: AdobeStock/Kzenon Regelmäßiges Radfahren schmiert und stabilisiert das Kniegelenk und macht dazu noch richtig Spaß. Foto: AdobeStock/Kzenon

Tag für Tag beugen wir unsere Knie an die 5000 Mal. Dabei muss das Gelenk etwa das Siebenfache des Körpergewichts stemmen. Kein Wunder, dass es irgendwann knackt und knirscht. „Sorgen machen müssen wir uns deshalb nicht“, gibt Professor Dr. Sven Ostermeier, leitender Orthopäde und Knie-Experte der Gelenk-Klinik Gundelfingen, Entwarnung. „Ursache ist meist eine schwache Oberschenkelmuskulatur oder eine harmlose Beinfehlstellung. Dadurch bewegt sich die Kniescheibe nicht mehr so geschmeidig und geräuschlos in ihrer Gleitrinne.“
Treten neben dem Knacken Schmerzen auf oder knirscht das Knie, ist Vorsicht geboten. Hier könnte ein Knorpelschaden dahinterstecken. Im frühen Stadium einer Arthrose können Einlagen, Gymnastik und Muskelaufbau Linderung bringen. Zudem fördert Bewegung den Stoffwechsel und die Durchblutung des Kniegelenks. „Muskeln, Sehnen und Bänder werden auf gesunde Weise gestärkt – ein langsames Aufwärm- und Aufbautraining natürlich immer vorausgesetzt“, betont der Orthopäde. Als besonders kniefreundlich gelten Sportarten wie Schwimmen, Wandern, (Wasser-)Gymnastik und Radfahren. Dabei werden alle Muskeln, die das Knie stabilisieren, trainiert.
Ärzte empfehlen jedoch ein moderates, altersgerechtes und nicht zu intensives Training. Prof. Ostermeier: „Bei bestehenden Beschwerden der Fuß- oder Kniegelenke sollte gegebenenfalls ganz darauf verzichtet werden bzw. mit dem Orthopäden eine schonende Vorgehensweise besprochen werden.“ Denn: Auch in kleineren Schritten lässt sich einiges bewirken. Die einfachste Vorsorgemaßnahme ist jedoch: öfter mal Treppen steigen statt Fahrstuhl fahren. (red)