Sport, Knochen und Gelenke

Kann man Ballenzehen vorbeugen?

Wenn die Großzehe auf die schiefe Bahn gerät, sollte man schnell handeln. Schließlich steht die gesamte Architektur des Fußes auf dem Spiel. Schmerzen drohen. Abwarten bringt nichts.

23.09.2019
Freigang für die Füße: Das ist die beste Vorbeugung.   Foto: AdobeStock/rh2010 Freigang für die Füße: Das ist die beste Vorbeugung. Foto: AdobeStock/rh2010

„Wer schön sein will, muss leiden“ – diese vermeintliche Wahrheit haben Generationen von Frauen verinnerlicht. Stöckelschuhe und enge Fußspitzen gehören mit dazu.
Statt barfuß zu laufen, wie es die Natur für unsere Füße vorgesehen hat, müssen sie uns in diesen Folterinstrumenten tagein, tagaus über harten Asphalt tragen. Zudem wird die Fuß- und Wadenmuskulatur so nur gering und einseitig belastet. Ein Spreizfuß kann sich bilden. Er gilt als Vorerkrankung des „Hallux valgus“, die häufigste Form einer Fehlstellung des Großzehs, auch „Ballenzeh“ genannt. Dabei verbiegt sich die Großzehenspitze immer weiter nach innen, in Richtung der zweiten Zehe. Aber auch eine genetische Veranlagung kann eine Rolle spielen.
Durch den Spreizfuß kann die Sehne, die an der Innenseite des Fußes liegt und die Großzehe nach außen zieht, unter den Fuß rutschen. Der große Zeh zieht daraufhin nach innen.

Entzündung und Schmerzen

Infolgedessen wölbt sich das Gelenk nach außen. Aber auch die kleineren Zehen geraten aus ihrer Position, so dass der Fuß am Ende nicht mehr stabil genug ist. Seine Belastbarkeit sinkt, und Schmerzen sind kaum zu vermeiden. Schließlich verdickt der Zehenballen immer mehr und die ständige Reizung führt meist zu einer Schleimbeutelentzündung. Ein Hallux valgus ist also nicht nur optisch ein Problem. Was tun?
Schmerzmittel, Physiotherapie oder die Anpassung einer speziellen Schiene für den Fuß? Diese drängt die betroffene Zehe zurück in ihre Ursprungsposition.
Fest steht: Eine Schiene kann, selbst Tag und Nacht getragen, nichts an der Ursache ändern. Auch Gel-Abstandshalter zwischen den Zehen können das Fortschreiten der Erkrankung nur bremsen, nicht verhindern.

Übungen, die entlasten

Mithilfe der Physiotherapie kann man immerhin die Fußmuskulatur stärken, damit die Belastung nicht mehr allein auf der Großzehe ruht. Wichtig ist, durch spezielle Übungen das natürliche Bewegungspotenzial des Fußes wieder zu erschließen. Dazu gehören regelmäßige Muskelkräftigung und Dehnungsübungen von Muskulatur und Bindegewebe im Fuß.
Vor allem aber Barfußlaufen, wo immer es geht und Bequemschuhe helfen vorzubeugen. Nur so kann man eine sonst irgendwann nötige OP eventuell abwenden. (red)