Mund, Zähne und Kiefer

Zähne durch Wurzelbehandlung retten

Entzündungen im Zahninneren sind sehr schmerzhaft. Dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: den Zahn zu ziehen oder seine Wurzel zu behandeln. Letztere ist oft die bessere Lösung.

20.01.2020
Foto: Fotolia/Andrey Popov Foto: Fotolia/Andrey Popov

Pochende Schmerzen, kälte- oder druckempfindliche Zähne können auf eine Entzündung des Zahnmarks, eine sogenannte Pulpitis oder einen bereits abgestorbenen Zahnnerv, hindeuten. Dann wäre eine Zahnwurzelbehandlung unumgänglich.
Doch viele fürchten sich vor einem Eingriff, erst recht an der Zahnwurzel. Dabei gibt es gar keinen Grund zur Sorge, wie Dr. Lutz Spanka, Master of Science für Implantologie und Dentalchirurgie sowie Kieferorthopädie im ZahnZentrum NordWest in Hude, erklärt: „Eine sogenannte Wurzelkanalbehandlung erfolgt minimalinvasiv − schädigt also so wenig Zahnmaterial und Gewebe wie möglich − und bietet die Chance, den geschädigten Zahn zu erhalten. Ihn zu ziehen, würde einen viel größeren Eingriff in den Mundraum bedeuten.“

Zahn erhalten

Ziel einer Wurzelkanalbehandlung ist die Rettung des geschädigten Zahns. Unter einer lokalen Betäubung entfernt der Zahnarzt − sofern nötig − kariöse Stellen. Anschließend entnimmt er durch eine kleine Öffnung im Zahn die entzündete Pulpa und weitet mithilfe hochflexibler Spezialinstrumente die Wurzelkanäle. Aufgrund der Betäubung verspüren Patienten bei diesem Vorgang keinerlei Schmerzen. Als Nächstes desinfizieren spezielle Spüllösungen die geweiteten
Kanäle und befreien sie von schädlichen Bakterien.
Zum Abschluss verschließt der Zahnarzt die Wurzelkanäle mit einem Füllmaterial.
Da wurzelbehandelte Zähne durch die Behandlung mechanisch geschwächt sind und bei Belastung eine gewisse Bruchgefahr besteht, ist es sinnvoll, sie zusätzlich durch einen sogenannten Wurzelstift und eine Krone dauerhaft zu stabilisieren. Außerdem sollten Patienten nach dem Eingriff auf harte Lebensmittel wie Nüsse oder Karotten verzichten. Grundsätzlich hält ein wurzelbehandelter Zahn jedoch genauso lange wie ein vitaler Zahn.

Schmerzhafte Entzündung

Eine Pulpitis entsteht, wenn Bakterien in das Gewebe eindringen, zum Beispiel über kariöse Löcher oder besonders tiefe Zahnfleischtaschen. Um die starken Schmerzen zu beheben, wird heutzutage in vielen Fällen eine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt. (red)