Mund, Zähne und Kiefer

Weiße Flecken auf den Zähnen beseitigen

Sie sind viel zu weiß, stumpf und sehen auf den Zähnen nicht schön aus. Was in der Kindheit begann, stört viele Erwachsene immer noch. Eine neue Methode kann Fluoroseflecken beseitigen.

02.10.2020
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Kinder, die zwischen ihrem ersten und sechsten Lebensjahr zu viel Fluorid aufnehmen, bekommen häufig weiße oder braune Flecken auf der Zahnoberfläche. „Leider bleiben diese Stellen dann ein Leben lang“, erklärt Dr. Dr. med. dent. Thea Lingohr MSc., Zahnärztin und Oralchirurgin aus Köln. Zwar sei Fluorid wichtig, um den Zahnschmelz zu stärken und so widerstandsfähig zu machen, so die Expertin.
Doch schnell könne es zu einer Überfluoridierung kommen. „Die Grenze der nützlichen Menge ist bei Kindern jedoch sehr niedrig“, warnt die Zahnärztin. Die Flecken zeigen sich dazu noch an den gut sichtbaren mittleren Schneidezähnen, aber auch an Eck- und Backenzähnen. Was im Kindesalter noch unwichtig ist, stört im Erwachsenenalter mitunter sehr. „Viele Betroffene fühlen sich damit unwohl und reduzieren deshalb das Sprechen oder Lachen. Lange gab es keine Methode, diese Flecken schonend zu entfernen. Doch das hat sich nun geändert.“

Mit Kunststoff und UV-Licht

Um Fluoroseflecken zu beseitigen und somit die Optik des Zahnschmelzes wieder zu vereinheitlichen, gibt es die ICON-Methode. Lingohr: „Dieses minimalinvasive Verfahren kommt aus der Kariesbehandlung. Es hat sich aber gezeigt, dass sich dieses Verfahren auch sehr gut zur ästhetischen Behandlung bei Überfluoridierung eignet.“ Bei der Behandlung wird ein spezieller Kunststoff aufgetragen, der über die Kapillaren in den Zahn eindringt und die aufgelösten Stellen auffüllt. Da anschließend eine Aushärtung mit UV-Licht erfolgt, bekommt der Zahn sogar noch einen Säureschutz. Ästhetisch fallen die Stellen, an denen die Flecken zuvor waren, nach der Behandlung nicht mehr auf und erhalten den für Zähne so markanten porzellanartigen Schimmer zurück.

Fluorid bleibt wichtig

Ganz auf die Gabe von Fluorid zu verzichten, ist allerdings auch keine gute Lösung. In den letzten Jahren hat sich hier jedoch ein Trend unter Eltern entwickelt, vollkommen auf Fluorid zu verzichten. „Davor kann ich nur ausdrücklich warnen. Denn tritt eine Unterversorgung mit Fluorid auf, kommt es zu einem anderen Problem – Karies.
Leider ist die Zahl der kariesbedingten Behandlungen bei Kindern in meiner Praxis in den letzten Jahren wieder etwas angestiegen. Auf Nachfrage gaben hier eine Mehrzahl der Eltern an, auf Fluorid zu verzichten“, berichtet die Zahnärztin. Damit die Versorgung von Kinderzähnen im Gleichgewicht bleibt, rät sie deshalb zu regelmäßigen Zahnarztbesuchen ab dem Durchbruch des ersten Zahns. „Das ermöglicht einen guten Austausch über die Gewohnheiten bei der Ernährung und der häuslichen Zahnpflege und wir können Tendenzen somit früher erkennen und bei Bedarf reagieren.“ (red)

(red)