Mund, Zähne und Kiefer

Die Gefahr an der Wurzel packen

Entzündungen am Zahn oder an der Wurzel schmerzen nicht nur extrem, sondern sollten auch sofort behandelt werden, da der Zahn im schlimmsten Fall abstirbt. Moderne Behandlungsmethoden ermöglichen inzwischen eine effektive und leichte Erhaltung der betroffenen Stelle.

12.07.2021
Um eine Entzündung der Zahnwurzel rechtzeitig zu erkennen, ist eine regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt wichtig.  Foto: Fotolia/Andrey Popov Um eine Entzündung der Zahnwurzel rechtzeitig zu erkennen, ist eine regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt wichtig. Foto: Fotolia/Andrey Popov

Jeder Zahn besitzt mindestens einen Wurzelkanal und einen darin liegenden Nerv – über diesen versorgt der Körper den Zahn mit notwendigen Nährstoffen und Mineralien. Dringen allerdings Bakterien in das Gewebe ein, führt dies häufig zu Entzündungen. Unbehandelte Karies stellt daher ein großes Risiko dar: Beim Abbau von Essensresten in den Zwischenräumen setzen Bakterien Säuren frei, die den Zahnschmelz angreifen. Nach einiger Zeit gelangen diese Keime weiter in das Gewebe und führen schließlich zu einer Entzündung der Wurzel, wodurch der Nerv abstirbt.

„Mit der Zeit können diese Infektionen auch die umliegenden Zähne befallen und den Kieferknochen angreifen. Patienten sollten daher ihre regelmäßigen Vorsorgetermine wahrnehmen, um eine Ausbreitung frühzeitig zu vermeiden“, sagt Dr. Christoph Sliwowski, Leiter der Zahnimplantat-Klinik Düsseldorf am St. Vinzenz-Krankenhaus. Nicht immer machen sich Entzündungen durch Schmerzen bemerkbar. Daher sollten regelmäßige Besuche beim Zahnarzt auch ohne Beschwerden stattfinden. Ob eine Infektion vorliegt, erkennt der Experte mithilfe von Röntgenbildern.

Krone sorgt für Stabilität und natürliches Erscheinungsbild
„Findet eine Wurzelkanalbehandlung rechtzeitig statt, kann der Zahn gerettet werden und ist danach optisch nicht von seinen gesunden Nachbarn zu unterscheiden“, sagt Dr. Sliwowski. In der Regel reicht dabei eine lokale Betäubung aus. Anschließend entfernt der Zahnarzt den Nerv und reinigt die Kanäle, um alle Bakterien zu entfernen. Danach wird ein Medikament aufgetragen, das die restlichen Krankheitserreger beseitigt. Wichtig: Sobald die Entzündung abgeklungen ist, muss der Wurzelkanal mit einer speziellen Füllung dicht verschlossen werden. Ansonsten besteht das Risiko einer erneuten Erkrankung. Für ein natürliches Erscheinungsbild und ausreichend Stabilität bekommt der betroffene Zahn oftmals eine Krone.

Am Tag des Eingriffes kann es zu Schwellungen und einem stechenden Pochen kommen, weil die behandelte Stelle noch gereizt ist. „Tut der betroffene Bereich jedoch länger weh oder treten Schluckbeschwerden sowie Fieber auf, sollte der Patient umgehend einen Experten aufsuchen“, sagt Dr. Sliwowski. Bei einer Wurzelkanalbehandlung handelt es sich nicht zwangsläufig um eine Krankenkassenleistung. Für eine Kostenübernahme müssen Kriterien wie klare Erfolgsaussichten auf den Erhalt des Zahns erfüllt werden. (red)