Haut, Haare und Ästhetik

Die richtige Hautpflege in reiferen Jahren

Jede Haut hat ihre individuellen Bedürfnisse, um gesund zu bleiben. Generell ist sie bei älteren Menschen aber sie nicht mehr so widerstandfähig wie bei jungen und benötigt deshalb besondere Pflege.

05.04.2021
Der tägliche Kampf gegen die Austrocknung.  Foto: Fotolia/roboriginal Der tägliche Kampf gegen die Austrocknung. Foto: Fotolia/roboriginal
Foto: Lilium Klinik

Dr. med. Reinhard Titel
Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie sowie Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie
LILIUM Klinik Wiesbaden



Der menschliche Körper verändert sich mit den Jahren. Die Haut als größtes Organ stellt keine Ausnahme dar: Sie braucht gerade in fortgeschrittenem Alter aufmerksame Pflege, um gesund zu bleiben und ihre Schutzfunktion erfüllen zu können. Denn mit den Jahren wird die Haut dünner, Widerstandskraft und Regenerationsfähigkeit lassen nach, Wunden heilen schlechter. Die Haut trocknet schnell aus, vor allem durch herkömmliche Seifen und Schaumbäder. „Austrocknungsekzeme sind bei alten Menschen Hautproblem Nummer 1“, so Hautarzt Dr. Uwe Schwichtenberg aus Bremen. Milde, pH-neutrale Reinigungssubstanzen können vorbeugen. Zusätzlich sollte die Haut nach dem Waschen sorgfältig eingecremt werden. Am besten eignen sich dafür harnstoffhaltige Lotionen. Sie lindern auch den unangenehmen Juckreiz, der häufig mit trockener Haut im Alter einhergeht.

Von der Druckstelle zum Dekubitus

Bei bettlägerigen Senioren oder Patienten im Rollstuhl muss man auf mögliche Druckstellen achten, die vermehrt an Kreuzbein, Fersen und Knöcheln auftreten.
Haben sich bereits wunde Hautstellen gebildet, braucht die Haut professionelle Hilfe. Der Dekubitus, das sogenannte Wundliegen, kann zu tiefen offenen Stellen führen, die sogar Muskelgewebe und Knochen freilegen können.
Doch es muss nicht gleich der gefürchtete Dekubitus sein, der der Haut zu schaffen macht: Harmloser, aber für den Betroffenen sehr belastend ist auch die „Intertrigo“, bei der sich rote und häufig nässende Entzündungen auf der Haut bilden. Sie treten häufig in den Falten auf, dort, wo Haut auf Haut zu liegen kommt – unter den Achseln, auf den Beininnenseiten zwischen den Oberschenkeln, im Leisten- und im Gesäßbereich. Bei Frauen auch in den Falten unter der Brust.

Auch Jüngere können von Intertrigo betroffen sein

Die Intertrigo ist allerdings nicht nur ein Problem des Alters: Vor allem bei übergewichtigen Menschen tritt die Hauterkrankung verstärkt auf – etwa im Sommer, wenn man stark schwitzt.
Vorbeugend wirkt Körperpuder, der auf die Haut aufgetragen wird. Bei starker Wundbildung sollte man allerdings besser darauf verzichten, da sich Puderklümpchen bilden können, die die Haut zusätzlich reizen.
Zinksalbe hilft beim Heilen. Als einfaches, aber wirkungsvolles Mittel haben sich auch Leinenläppchen bewährt, die in die Falten gelegt werden und die Haut auf diese Weise schützen. (red)