Gehirn, Psyche und Verhalten

Stress stört künstliche Befruchtung

Paare, denen der Nachwuchs versagt bleibt, haben heute viele Hilfsmöglichkeiten. Doch das Prozedere kann auch zur Zerreißprobe werden.

18.10.2019
Stress auf der Arbeit kann eine künstliche Befruchtung erschweren.  Foto: Fotolia/Grinvalds Stress auf der Arbeit kann eine künstliche Befruchtung erschweren. Foto: Fotolia/Grinvalds

Psychische Erkrankungen und Stress können nicht nur Erkrankungen auslösen, sondern auch die Heilung behindern. Schon länger wird vermutet, dass sie mit negativen Resultaten einer künstlichen Befruchtung in Zusammenhang stehen. Wie das DeutscheGesundheitsPortal berichtet, erforschten Wissenschaftler aus Boston/USA in einer neuen Studie den Zusammenhang zwischen Stress und Psyche und dem Erfolg einer In-Vitro-Fertilisation (IVF). Dafür untersuchten sie 45 Paare, die eine IVF durchführen ließen. Die Paare füllten Fragebögen aus und bewerteten Stress und psychische Erkrankungen. Außerdem wurde die Konzentration von Zytokinen im Blut, Spermienflüssigkeit der Männer sowie Follikelflüssigkeit und Zervixschleim der Frauen untersucht.
Zytokine sind Botenstoffe des Immunsystems, die an der Entstehung von Entzündungs- und Stressreaktionen beteiligt sind.
Das Ergebnis: 72 Prozent der Paare zeigten eine psychische Belastung. Stress bei Frauen und Männern war aber auch eng verbunden mit Angststörungen und Depressionen sowie mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit einer klinischen, also im Ultraschall nachweisbaren, Schwangerschaft und Lebendgeburten. Bei höherem Stress zeigten sich auch geringere TGF-Werte im Blut und höhere Interleukin-6- und Interleukin-1-Werte im Zervixschleim der Frau.
Interleukine fördern die Entstehung von Entzündungen und Stress, TGF hemmt diese eher.
Fazit: Die Studie zeigt, dass Stress und psychische Störungen negative Auswirkungen auf den Erfolg einer künstlichen Befruchtung haben können. Unfruchtbare Paare könnten daher von einer psychologischen Beratung und eventueller Behandlung beider Partner profitieren, so die Einschätzung der Wissenschaftler. (red)

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