Gehirn, Psyche und Verhalten

Neue Therapieoptionen bei Hirntumoren

Sie zerstören die Schaltzentrale unserer Macht. Verständlich, dass sich viele Menschen besonders vor diesem Krebs fürchten. Doch Experten melden neue Fortschritte in der Behandlung.

28.01.2019
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Gehirntumor – diese Diagnose ist für jeden Betroffenen ein Schock. Der Gedanke, dass der schlimmste Feind mitten im Kopf sitzt und welche Schäden er hier anrichten kann – bis hin zum Tod –, ist ein Albtraum! Schließlich bergen Operationen und die Behandlung mit Strahlen- oder Chemotherapie immer die Gefahr, wichtige Funktionen des Gehirns zu beeinträchtigen. Sie erfordern deshalb eine auf den Patienten individuell abgestimmte Therapie.

Aggressive Varianten

Aber auch Mediziner stehen bei Tumoren des Gehirns und des Rückenmarks vor einer besonderen Herausforderung. Vor allem die aggressiven, bösartigen Formen gehören zu den am schwersten zu therapierenden Krebserkrankungen und gelten bis heute als unheilbar.
Wie die Deutsche Hirntumorhilfe berichtet, konnten in den letzten Jahren dank neuer Medikamente, genauerer Bestrahlungstechniken und exakterer Operationsmethoden zwar bereits Fortschritte in der Therapie von Hirntumoren erreicht werden. Doch diese Verbesserungen hängen auch entscheidend von einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche und der stärkeren Entwicklung innovativer Behandlungskonzepte in den Kliniken ab.

Kombi-Therapie besser verträglich

Prof. Dr. Ulrich Herrlinger, Leiter des Schwerpunkts Neuroonkologie des Universitätsklinikums Bonn, ist mit seiner Forschungsgruppe womöglich ein Durchbruch im Bereich der medikamentösen Tumortherapie gelungen. Die Ergebnisse der CeTeG-Studie legen künftig eine kombinierte Chemotherapie für Patienten mit besonders aggressivem Hirntumor und einem bestimmten Merkmal – von Glioblastomen mit einem positive MGMT-Status – nahe. „Die statistische Auswertung der CeTeG-Studie zeigte, dass in der Gruppe der Chemokombination die Wahrscheinlichkeit zu überleben gegenüber der Gruppe mit Standardbehandlung um 40 Prozent erhöht ist. Das ist ein beeindruckender Wert“, sagt Prof. Herrlinger. „Zwar haben die Patienten, die mit der Kombination von CCNU (dem Nitrosoharnstoff Lomustin) und Temozolomid behandelt wurde, eine etwas höhere Nebenwirkungsrate. Dennoch erhielt die Hälfte der Patienten mindestens 5 der geplanten 6 Chemo-Zyklen. Damit ist die Therapie besser verträglich, als ich anfangs erwartet hatte.“
Deutschlandweit erkranken jährlich etwa 7000 Menschen neu an einem primären bösartigen Hirntumor, die Zahl der Patienten mit Hirnmetastasen infolge von Lungenkrebs, Brustkrebs oder anderen Krebsleiden ist ungleich höher. (red)

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