Frauen- und Männergesundheit

Normalgewicht für Schwangerschaft ideal

Über- und Untergewicht erhöhen bei schwangeren Frauen das Risiko für schwere Begleiterkrankungen. Das geht aus einer kanadischen Studie hervor, auf die das Deutsche Gesundheitsportal hinweist.

12.07.2021
Für die eigene Gesundheit, aber auch für die Gesundheit des Neugeborenen sollten Frauen vor einer geplanten Schwangerschaft Normalgewicht anstreben.  Foto: Fotolia/igorborodin Für die eigene Gesundheit, aber auch für die Gesundheit des Neugeborenen sollten Frauen vor einer geplanten Schwangerschaft Normalgewicht anstreben. Foto: Fotolia/igorborodin
Foto: Alexander Sell

Dr. Clara Park
Radiologin
RNS Gemeinschaftspraxis
Wiesbaden



Starkes Übergewicht bei Schwangeren kann sich negativ auf die Anzahl an Erkrankungen und die Entwicklung des Nervensystems beim Neugeborenen auswirken. Auch der Schwangerschaftsverlauf der Frau wird durch das Vorhandensein von starkem Übergewicht deutlich negativ beeinträchtigt.
Aber auch untergewichtige Frauen können von Beeinträchtigungen während der Schwangerschaft betroffen sein, wie Studienergebnisse bereits zeigen konnten.
In einer Studie gingen Wissenschaftler aus Kanada nun der Frage nach, wie es um den Zusammenhang zwischen dem Körpergewicht vor der Schwangerschaft und schweren Begleiterkrankungen sowie der Sterblichkeit der Schwangeren bestellt ist.

Dazu analysierten sie die Daten von insgesamt 743.630 Frauen, die in dem Zeitraum zwischen 2004 bis 2013 ein Kind in einem Krankenhaus im US-Bundestaat Washington zur Welt gebracht hatten.
3,2 Prozent der Frauen waren vor der Schwangerschaft untergewichtig und 25,8 Prozent der Frauen wiesen vor Beginn der Schwangerschaft Übergewicht (BMI 25–29,9) auf. Frauen mit Adipositas (BMI über 30) wurden weiter eingeteilt, je nachdem welcher Grad von Adipositas vorlag. Adipositas Grad 1 (BMI 30–34,9) wiesen 13,1 Prozent der Frauen vor der Schwangerschaft auf, unter Adipositas Grad 2 (BMI 35–39,9) litten 6,2 Prozent der Frauen und Adipositas Grad 3 (BMI über 40) konnte bei 4,2 Prozent der Frauen nachgewiesen werden.

Erhöhtes Risiko für schwere Begleiterscheinungen
Die Auswertung der Daten zeigte, dass untergewichtige Frauen im Vergleich zu normalgewichtigen Frauen ein um 28,8 Prozent erhöhtes Risiko für schwere Begleiterkrankungen und die Sterblichkeit aufwiesen. Bei übergewichtigen Frauen war das Risiko für schwere Begleiterkrankungen und die Sterblichkeit im Gegensatz zu normalgewichtigen Frauen um 17,6 Prozent erhöht. Diese Zahl stieg mit steigendem Übergewicht der Frauen weiter an und betrug bei Frauen mit Adipositas Grad I 24,9 Prozent, bei Frauen mit Adipositas Grad II 35,8 Prozent und bei Frauen mit Adipositas Grad III 61,1 Prozent.

Die Studie verdeutlichte, dass sowohl Untergewicht als auch Übergewicht vor einer Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für schwere Begleiterkrankungen einhergehen. Dabei steigt das Risiko mit zunehmendem Übergewicht deutlich an. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass es vor einer geplanten Schwangerschaft erstrebenswert ist, ein normales Körpergewicht zu erreichen, da dies für die eigene Gesundheit und wie frühere Studien ebenso zeigen, auch für die Gesundheit des Neugeborenen, am günstigsten ist. (red)