Frauen- und Männergesundheit

Lebertumoren: Diagnose ohne Eingriff

05.02.2020
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Lebertumoren sind weltweit die fünfthäufigste aller Tumorerkrankungen. Menschen, bei denen die Leber eine feste Konsistenz besitzt, haben ein höheres Risiko, einen bösartigen Lebertumor zu entwickeln. Die Vermehrung von Bindegewebe in der Leber, die Leberfibrose, oder die Vernarbung des Organs, die Leberzirrhose, können eine solche Verhärtung der Leber verursachen.

Diagnose per MRT

Die Forschungsgruppe um Prof. Dr. Ingolf Sack von der Klinik für Radiologie am Campus Charité Mitte hat nun erstmals die Verbindung zwischen der mechanischen Konsistenz der Leber und den in diesem Organ wachsenden Tumoren mittels der Tomoelastografie entschlüsselt. „Die Tomoelastografie – eine Verbindung der Begriffe Tomografie, der Schnittbildgebung, und Elastizität, der Spannkraft – eignet sich zur detailgetreuen Abbildung der Konsistenz von Tumoren“, erklärt Prof. Sack. Patientinnen und Patienten werden dabei mit dem MRT untersucht und währenddessen für circa fünf Minuten mit akustischen Wellen beschallt. Dadurch ist es möglich, die Ausbreitung von mechanischen Wellen in der Leber sichtbar zu machen. Diese diagnostische Methode ist besonders empfindlich für Veränderungen der Fest-Flüssig-Eigenschaften von weichen Gewebeteilen und kann somit Lebertumoren differenziert darstellen.

Festes und flüssiges Gewebe

Das zentrale Ergebnis der Studie: Bösartige Lebertumoren haben sowohl steife als auch flüssige Gewebeeigenschaften. Bislang hatte man angenommen, dass alle Tumoren steif sind. Künftig könnte man dadurch ohne invasive Eingriffe zwischen gut- und bösartigen Tumoren unterscheiden. Weitere umfangreiche Studien zur Tomoelastografie folgen. (red)