Frauen- und Männergesundheit

Große Prostata – Wenn’s nicht mehr läuft

Probleme mit der Prostata haben viele Männer im höheren Alter. Besonders häufig ist die Prostatavergrößerung. Sie kann trotz Gutartigkeit unangenehme Folgen mit sich bringen.

04.09.2020
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Mit zunehmendem Alter steigt bei Männern das Risiko für Prostata-Erkrankungen. Doch Krebs ist bei Weitem nicht das häufigste Problem mit der Prostata. Wesentlich verbreiteter ist die gutartige Prostatavergrößerung, von Medizinern als benigne Prostatahyperplasie (BPH) bezeichnet. 70 Prozent der Männer über 70 leiden nach Statistiken der Prostata-Hilfe Deutschland daran. Es ist somit der häufigste gutartige Tumor beim Mann.
Der Hintergrund: Die Zahl der Prostatazellen nimmt mit dem Alter immer weiter zu. Ist die Prostata bei jungen Männern etwa so groß wie eine Kastanie oder Walnuss mit einem Gewicht von 20 bis 25 Gramm, kann sie im Fall von BPH auf 30 bis 150 Gramm anwachsen. Bei unter 40-Jährigen kommt die Prostatavergrößerung sehr selten vor, ab dem fünften Lebensjahrzehnt steigt das Risiko jedoch kontinuierlich.

Probleme beim Wasserlassen

Eine vergrößerte Prostata, die die Harnröhre einengt, muss nicht zwangsläufig zu Problemen führen. Manche Männer spüren trotzdem kaum Symptome. Doch für andere bringt sie unangenehme Folgen mit sich. Sie können individuell sehr verschieden sein, aber fast alle haben mit dem Wasserlassen zu tun. Das reicht von einem schwachen Harnstrahl über einen unterbrochenen Harnstrahl bis zu komplettem Harnverhalt. Auch häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen, mehrfaches Wasserlassen in der Nacht und Schmerzen beim Wasserlassen können Symptome sein.
Bei Beschwerden sollten Männer zunächst den Hausarzt und dann den Urologen konsultieren. Je nach Intensität und Art der Beschwerden muss eine BPH unterschiedlich behandelt werden. So gibt es verschiedene Medikamente, die das Wachstum der Prostata bremsen oder die Symptome lindern können, auch auf pflanzlicher Basis.

Therapie und Vorsorge

Sind die Beschwerden jedoch stärker oder zeigen Medikamente keine Wirkung, ist ein operativer Eingriff notwendig. Dabei gibt es verschiedene Techniken. Bei der Transurethralen Elektro-Resektion der Prostata (TURP) wird das überschüssige Prostatagewebe zum Beispiel unter Einsatz einer Elektroschlinge abgetragen. Ist die Prostata noch nicht allzu groß, kann auch ein Einschnitt in das in den Blasenhals reinreichende Gewebe ausreichen, Transurethrale Inzision der Prostata (TUIP) genannt.
Männer können aber auch vorbeugen, damit es gar nicht erst zu diesen Problemen kommt. Die Prostata-Hilfe Deutschland gibt die Empfehlung, gleichmäßig über den Tag verteilt etwa 1,5 Liter Flüssigkeit zu trinken. Darüber hinaus sollte man mit Alkohol, Kaffee und scharfen Gewürzen sparen. (red)