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Das Blasenkarzinom wartet nicht auf das Pandemie-Ende

04.06.2021
Foto: Dr. Martina Loebnau

Dr. Marina Loebnau
Fachärztin für Urologie
Leitung MVZ II
Asklepios Klinik Wiesbaden



Das Harnblasenkarzinom (sog. Urothelkarzinom der Harnblase) ist eine der häufigeren Krebsarten – insbesondere ab dem 50. Lebensjahr und hauptsächlich mit Mitte 70. Bei Männern ist es der vierthäufigste bösartige Tumor. Betroffen sind vor allem Raucher, berufsbedingte Risikogruppen (z. B. Chemiearbeiter, Frisöre, Tankwarte u. a.), aber auch Personen mit chronischen Infektionen der Harnblase.
Vorangegangene Bestrahlungstherapien, erhöhte Strahlenexposition, der Umgang mit einigen Chemikalien und genetische Faktoren führen nach heutigen Erkenntnissen ebenfalls zu bösartigen Veränderungen in der Harnblase.
Leider gibt es bislang keine sicheren Früherkennungszeichen. Oft lässt sich der Beginn eines Harnblasenkrebses nur durch eine mikroskopische Blutbeimengung im Urin erkennen. Diese sogenannten Mikrohämaturien werden oft als Blasenentzündung gedeutet. Es wird nicht immer an den Blasenkrebs gedacht, doch in fünf Prozent der Fälle ist ein Urothelkarzinom die Ursache. Auch dunkel verfärbter Urin und häufiger oder nächtlicher Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen oder erschwertes Harnlassen können (Früh-)Zeichen eines Blasenkrebses sein. Der Urologe kann schnell und durch einfache Untersuchungen (Urinanalysen, Ultraschall) eine Diagnose stellen und die weiterführende Diagnostik und Therapie einleiten, z. B. endoskopische Untersuchungen mit Gewebeprobeentnahme. Im Frühstadium sind die Heilungschancen sehr gut.