Ernährung und Gewichtskontrolle

Was essen bei Divertikeln im Darm?

„Der Tod sitzt im Darm“, sagte bereits der Arzt und Philosoph Paracelsus im 16. Jahrhundert. Deshalb sollte man das Organ gut pflegen. Doch was tun, wenn man bereits Probleme hat?

26.10.2020
Gefährlich werden Divertikel dann, wenn sie sich entzünden und Eiterherde bilden.	 Foto: Fotolia/Photographee.eu Gefährlich werden Divertikel dann, wenn sie sich entzünden und Eiterherde bilden. Foto: Fotolia/Photographee.eu

Divertikel sind Ausstülpungen an der Darmwand im Dickdarm. Sie entstehen meist durch den in den Industrienationen weitverbreiteten Lebensstil aus ballaststoffarmer Ernährung und Bewegungsmangel, der Verstopfungen fördert. Aber auch eine genetische Disposition und das Alter sind Risikofaktoren. Die chronische Erkrankung Divertikulose ist hierzulande fast schon eine Zivilisationskrankheit. Die Mehrzahl der Betroffenen hat glücklicherweise keine Symptome.
Das Problem: Entzünden sich diese Ausstülpungen – in diesem Fall spricht man von einer Divertikulitis –, drohen starke Schmerzen und Krämpfe im Bauch, meist links unten. In unkomplizierten Fällen kann eine mehrwöchige Schonkost die Entzündung meist wieder beruhigen. Bei wiederholten Entzündungsschüben und einer komplizierten perforierten Divertikulitis, kann ein operativer Eingriff notwendig werden. Denn bilden sich an den Ausstülpungen eitrige Abszesse und platzen diese, ist dies ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand.

Ernährung umstellen

Doch wie ernährt man sich, wenn man bereits Divertikel hat? Die Empfehlungen richten sich nach dem Stadium der Erkrankung. In der Akutphase eines Entzündungsschubs, die etwa zwei bis drei Wochen dauert, sollte der Dickdarm möglichst entlastet werden, so Ernährungsexperten des Klinikums Westmünsterland. Sie empfehlen dafür leicht verdauliche Kost und zwei bis drei Liter Wasser, Kräuter- und Früchtetee oder Fruchtsaftschorlen pro Tag. Auch sollte man in dieser Zeit auf Vollkornprodukte, Blähendes, wie Hülsenfrüchte, Kohlsorten oder schlecht Verdauliches, wie Pilze und individuell schlecht verträgliches Obst oder Gemüse, verzichten. Um Fett zu sparen, sind Garmethoden wie Dünsten und Dämpfen besser als Braten oder Frittieren.

Stuhlfrequenz erhöhen

Hat sich der Darm wieder beruhigt, sollte man den Anteil an Ballaststoffen durch Vollkornprodukte, Obst und Gemüse langsam und schrittweise erhöhen. Die Ballaststoffe fördern die Darmbewegung und beschleunigen die Stuhlpassage. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für eine gesunde Ernährung eine tägliche Ballaststoffzufuhr von mindestens 30 g (siehe Kasten). Dauerhaft sollte man eine gesunde, ausgewogene Mischkost anstreben und ebenfalls zwei bis drei Liter kalorin- und alkoholfreie Getränke pro Tag zu sich nehmen.
Aber natürlich darf man auch die Bewegung nicht vergessen. Sie fördert die Darmperestaltik und hilft so bei der Verdauung und dem Transport der Nahrung. Die ideale „Darmpflege“ besteht daher aus der Dreierkombination: Ernährung, Flüssigkeit und Bewegung! (bibi)