Ernährung und Gewichtskontrolle

Salzen mit Seetang?

Salz hat keinen guten Ruf. Zumindest nicht, wenn es um die Geundheit geht. Forscher haben jetzt untersucht, ob man seine Speisen statt mit Kochsalz auch mit Seetangpulver würzen kann.

03.08.2020
Foto: fotolia_Richard_Carey

Ohne Salz schmecken Brot, Braten und Salat fade. Denn der Mineralstoff Natriumchlorid wirkt wie ein natürlicher Geschmacksverstärker. Aber auch der Körper braucht täglich eine bestimmte Portion davon, sonst wird man auf Dauer krank. Denn Natriumchlorid ist ein lebenswichtiger Mineralstoff. Der Körper benötigt ihn, um den Flüssigkeits- und Mineralhaushalt im Körper zu regeln, und schafft damit die Voraussetzung für einen funktionierenden Stoffwechsel. Auch erhält Salz die Gewebespannung, die wiederum die Grundlage für die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln ist. Nicht zuletzt ist Salz Bestandteil des Blutes und der Verdauungssäfte und spielt beim Knochenaufbau eine wichtige Rolle. Über Ausscheidungen wie Schweiß und Urin verliert der Mensch täglich Salz. Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung e.V. liegt der Tagesbedarf eines Erwachsenen bei 2,4 Gramm. Doch mehr als sechs Gramm pro Tag sind ungesund. So gilt Salz als mitverantwortlich für Bluthochdruck und Herzkrankheiten, Nierenleiden, Osteoporose und Magenkrebs.
Laut aktuellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) konsumieren Europäer acht bis zwölf Gramm Salz pro Tag. Die Aufnahme über versteckte Salzquellen wie Brot, Käse, Snacks, Fertiggerichte und Wurstwaren ist dabei das größte Problem. Forscher vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in München haben untersucht, ob das Salzen mit Seetang eine Alternative zum vielfach eingesetzten Kochsalz sein könnte. Sie untersuchten den Einsatz von in Europa heimischen Salzwasser-Braunalgen-Arten. Sie sind von Natur aus salzig und enthalten zudem noch wichtige Mineralien wie Kalium und Magnesium. Ihr Fazit: Die braungrünliche Färbung des Algenpulvers ist nach dem Backen noch zu erkennen und der salzige Geschmack ist weniger stark als mit Salz. Aber: Die Zutat lässt sich gut verarbeiten und kann den Salzkonsum reduzieren. (red)