Augen, Nase und Ohren

Rote Augen nicht unterschätzen

Wenn man im Spiegel rot sieht, muss man nicht panisch reagieren. Hält die Rötung der Augen aber länger als ein, zwei Tage an, ist der Weg zum Augenarzt angezeigt.

28.02.2021
Foto: Fotolia/nebari Foto: Fotolia/nebari

Neben der Linse und Pupille ist das Auge normalerweise weiß. Ein gelblicher Augapfel könnte auf ein Leberproblem hindeuten. Doch was hat es zu bedeuten, wenn er gerötet ist? Tatsächlich handelt es sich hier um ein eher häufiges Symptom, etwa wenn ein kleines Blutgefäß in der Bindehaut platzt und es dadurch zu einer kleinen Blutung an der Augenoberfläche kommt. Halten die Beschwerden länger als ein oder zwei Tage an, dann sollte man sie augenärztlich abklären lassen, rät Dr. Peter Heinz, der 1. Vorsitzende des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands.

Trockene Oberfläche

Zu den harmlosen Ursachen gehören auch kleine Fremdkörper, wie etwa Staubkörnchen, die ins Auge geraten sind und von der Tränenflüssigkeit rasch ausgespült werden. Dennoch kann es das Auge reizen, die Blutgefäße in der Bindehaut weiten und den Augapfel dadurch röten. Mit der verstärkten Durchblutung reagiert der Körper auf die verschiedensten störenden Einflüsse.
Oft fehlt dem Auge aber auch nur Tränenflüssigkeit. Dann ist die Augenoberfläche gereizt.

Vorsicht vor Selbstdiagnosen!

Wenn diese Beschwerden nicht rasch von selbst wieder abklingen, ist Vorsicht geboten. Kommen dann noch weitere Symptome hinzu wie Juckreiz, Brennen, Schmerzen oder Lichtscheu, dann ist unbedingt eine augenärztliche Untersuchung angebracht, um der Ursache auf die Spur zu kommen.
Denn ein rotes Auge kann auch die Begleiterscheinung einer Allergie, einer Infektion mit Viren oder Bakterien oder die Folge einer Verletzung der Augenoberfläche sein. Ebenso kann eine sogenannte „Uveitis“ Grund für die Rötung sein. Das ist eine Entzündung der mittleren Augenhaut (Uvea), die unbehandelt zu Sehbehinderung oder gar Erblindung führen kann. Es erfordert daher unbedingt eine augenfachärztliche Kompetenz, um harmlose von den gefährlichen Auslösern zu unterscheiden.

Richtige Behandlung

Denn so verschieden wie die Auslöser sind, ist auch die Behandlung: Fremdkörper müssen vorsichtig entfernt werden; bei trockenen Augen sorgen Tränenersatzmittel meist zu einer Verbesserung; bei Allergien können antiallergische Augentropfen eine Option sein, bei einer Infektion mit Bakterien oder Viren kommen antibakteriell oder antiviral wirkende Augentropfen und Augensalben zum Einsatz.
Dr. Heinz rät davon ab, die Symptome auf eigene Faust zu bekämpfen. Schon das beliebte Hausmittel, feuchte Teebeutel mit Kamillenblüten auf die geschlossenen Augenlider zu legen, kann die Probleme verstärken. Denn manche Patienten reagieren allergisch darauf. Auch sogenannte „Weißmacher“ aus der Apotheke sind keine Hilfe. Sie sorgen zwar kurzfristig dafür, dass die Blutgefäße sich verengen, so dass das Auge nicht mehr rot aussieht. Doch die Ursache des Problems ist damit nicht behoben und der rein kosmetische Effekt lässt rasch nach. (red)