Augen, Nase und Ohren

Ohrinfarkt: Hören wie durch Watte

Ein Hörsturz ist gefürchtet, gilt er doch als Indikator dafür, dass man sein Leben ändern sollte. Stress gilt als häufige Ursache für den temporären Hörverlust.

16.11.2020
Foto: Fotolia/Brian Jackson

Er kommt plötzlich, ohne unmittelbare Ursache: Der Hörsturz, der jähe Hörprobleme auf einem Ohr auslöst und auch mit störenden Ohrgeräuschen einhergehen kann. Betroffene haben auf dem Ohr ein dumpfes Gefühl, hören alles wie durch Watte. Mehr als 150.000 Menschen in Deutschland trifft es pro Jahr, so die Deutsche Tinnitus-Liga, vor allem um das 50. Lebensjahr herum.
Der Hörsturz (auch „Ohrinfarkt“ genannt) ist ein akutes Problem, das sich oft nach ein paar Stunden von selbst löst. Halten die Beschwerden allerdings länger als zwei Tage an, sollte der HNO-Arzt hinzugezogen werden.
Ein Hörsturz muss ernst genommen werden. Häufig ist die Durchblutung des Innenohrs gestört, was zu der temporären Innenohrschwerhörigkeit führen kann, informiert der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte. Auch wenn die Ursachen dafür oft nicht genau zu klären sind, deutet vieles darauf hin, dass Stress und vermehrte Adrenalinausschüttung bei starker emotionaler Anspannung einen Hörsturz zumindest mitauslösen können.

Folge eines Infekts?

Vermutlich kann ein Ohrinfarkt auch durch eine Virusinfektion ausgelöst werden, beispielsweise im Rahmen einer Influenza, von Masern oder Mumps. Bakterielle Infektionen, zum Beispiel in Folge einer Mittelohrentzündung oder eine Verletzung des Innenohrs, kommen auch als Auslöser in Frage, ebenso Blutdruckschwankungen, ein Schlaganfall oder Herzerkrankungen.
Rund die Hälfte aller Hörstürze heilt spontan aus. Wenn die Hörprobleme auch nach Tagen noch anhalten, wird der HNO-Arzt verschiedene Untersuchungen vornehmen, um die Dimension der Hörstörung zu ermitteln und andere Erkrankungen, die eine Hörstörung zur Folge haben können, auszuschließen. Dabei könnte es sich um einen Paukenerguss ebenso wie um eine Herpes-Infektion im Ohr oder einen Ohrenschmalz-Pfropf handeln. In der Regel ist dann eine abschwellende Behandlung mit einem Kortison-Präparat angezeigt.

Stressabbau als Vorsorge

Ein Hörsturz ist ein Warnsignal. Dennoch gilt in der akuten Phase: Ruhe bewahren und Stress vermeiden.
Betroffene sollten aber auch langfristig kürzertreten, Stress vermeiden und versuchen, in den normalen Tagesablauf Pausen und Entspannung einzubauen.
Speziell vorbeugen kann man einem Hörsturz nach heutigem Wissensstand nicht. Eine gesunde Lebensweise ohne Nikotin, mit genügend Schlaf, einer fettarmen Ernährung und ausreichend Bewegung helfen, das Risiko eines Ohrinfarkts zu reduzieren. (red)

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