Augen, Nase und Ohren

Mythos Katarakt-Operation

Der Eingriff zur Behandlung eines Grauen Stars wird mit gewissen Folgerisiken in Verbindung gebracht. Doch sind diese Annahmen auch richtig?

13.10.2020
Das Auge wird für den Eingriff lokal betäubt. 	 Foto: Fotolia/romaset Das Auge wird für den Eingriff lokal betäubt. Foto: Fotolia/romaset

Mit dem Alter wird die normalerweise klare Linse des Auges trüb. Damit legt sich ein Schleier über alles, was man sieht. Grund dafür sind Ablagerungen in den feinen Gefäßen des Auges und Schäden durch UV-Strahlung.
Ab dem 60. Lebensjahr haben mehr und mehr Menschen einen Grauen Star (med. „Katarakt“ genannt). Aber Stoffwechselerkrankungen wie ein Diabetes, intensive Strahlung, etwa durch UV- oder Infrarot-Licht oder eine genetische Veranlagung können die Entstehung des Augenleidens begünstigen.

Sicherer Routineeingriff

Unbehandelt wird der Schleier immer dichter, die Sicht dadurch weiter schlechter. Glücklicherweise kann man die natürlichen Linsen heute ganz leicht durch künstliche ersetzen und damit das Augenlicht retten. Der Routineeingriff dauert ca. 15 bis 30 Minuten und kann ambulant oder stationär durchgeführt werden – jedes Jahr 800.000 Mal in Deutschland. Spitzenreiter unter allen Augen-OPs! Dabei wird die eigene Linse zunächst zerstört, abgesaugt und durch eine künstliche Linse ersetzt.
Doch angeblich hat diese Behandlung auch ihre Schattenseiten. Dazu zählen eine angeblich häufigere Netzhautablösung und eine Verschlechterung einer Altersabhängigen Makula-Degeneration (AMD). Die unabhängige Vereinigung Cochrane kommt in ihrem Review der Studien jedoch zu dem Schluss, dass es keine ausreichenden Hinweise dafür gibt, dass eine Katarakt-OP eine bereits vorliegende AMD verschlechtert. Was den Zeitpunkt des Eingriffs betrifft, legt laut Cochrane eine Studie nahe, dass die Gruppe mit der sofortigen Katarakt-Operation eine bessere Lebensqualität hatte, als die Gruppe mit der späten Operation.

Skalpell oder Laser?

Die Katarakt-OP kann entweder auf die herkömmliche Weise mit dem Skalpell durchgeführt werden oder mithilfe eines Femtosekundenlasers. Welche Therapie in Frage kommt, sollte man mit dem behandelnden Arzt besprechen.
Positiver Nebeneffekt: Die neuen Kunstlinsen beseitigen nicht nur das Problem Grauer Star. Auch eine Alterssichtigkeit oder Hornhautverkrümmung kann man damit gleich mit korrigieren. Die Linsen werden nach Fokuspunkten klassifiziert und können entweder monofokal oder multifokal sein. Monofokale Linsen korrigieren entweder eine Kurzsichtigkeit oder eine Weitsichtigkeit. Multifokale beide Sehstörungen und torischen Kunstlinsen eine Hornhautverkrümmung. (bibi)