Augen, Nase und Ohren

Gleitsichtkontaktlinsen – die Alternative

Es trifft jeden: Irgendwann zwischen 40 und 50 setzt die Alterssichtigkeit ein. Spezielle multifokale Kontaktlinsen sind eine gute Alternative zur Gleitsichtbrille.

06.11.2020
Foto: Fotolia/Artur Marciniec Foto: Fotolia/Artur Marciniec

Die Vorteile von Kontaktlinsen: Das Blickfeld wird nicht vom Brillengestell eingeschränkt und der Kontaktlinsenträger muss den Kopf nicht drehen, um in alle Richtungen klar zu sehen, sondern kann ganz einfach die Augen bewegen. Das Gewicht der Brille fällt weg und häufig werden Kontaktlinsen auch gewählt, weil sich der Träger ohne Brille attraktiver fühlt. Doch was ist, wenn die Alterssichtigkeit einsetzt und die bisherige Kontaktlinse diese nicht ausgleichen kann?
Kein Grund, jetzt doch auf eine Brille zurückzugreifen. Denn spezielle Mehrstärkenlinsen können sowohl die Funktion einer Lese- als auch einer Gleitsichtbrille übernehmen. Wichtig ist nur, dass sie korrekt angepasst werden, so der Berufsverband Augenärzte Deutschlands. Denn der Augenarzt klärt grundsätzlich erst einmal ab, ob das Auge überhaupt zum Kontaktlinsentragen geeignet ist, welche Linsen individuell verwendet werden können, und wählt dann die optimale Linse aus.

Bi- und multifokale Linsen

Mehrstärkenlinsen korrigieren neben der Alterssichtigkeit (Presbyopie) auch gleichzeitig eine bestehende Kurz- oder Weitsichtigkeit. Sie sorgen also für scharfe Sicht in der Nähe und in der Ferne.
Ebenso wie bei den „normalen“ Kontaktlinsen, also Einstärkenlinsen, gibt es weiche und formstabile Varianten. In den Mehrstärkenlinsen sind unterschiedliche Sehbereiche für das Nah- und Fernsehen eingearbeitet. Bei den bifokalen Linsen liegen beide Sehbereiche ohne Zwischenstufe untereinander. Schaut man geradeaus, sieht man durch den Fernbereich. Wird beispielsweise beim Lesen der Blick nach unten gerichtet, schaut man durch den Nahbereich der Linse.
In multifokale Linsen sind mehr als zwei Dioptrie-Bereiche integriert. Idealerweise ist der Übergang stufenlos, was eine scharfe Sicht in alle Entfernungen ermöglicht. Damit das richtig funktioniert, muss die Kontaktlinse gut auf dem Tränenfilm gleiten.

Linsen richtig anpassen

Bei der Erstanpassung werden über die Dioptrien (Kurz- oder Weitsichtigkeit) hinaus auch andere Werte bestimmt. Beispielsweise muss das Verhältnis von Fern- und Nahbereich in der Linse festgelegt werden. Grundsätzlich gilt wie bei allen anderen Kontaktlinsen auch: Mindestens einmal im Jahr sollte ein Kontrolltermin beim Augenarzt wahrgenommen werden.
Mehrstärkenlinsen sind teurer als Einstärkenlinsen. Allerdings unterscheiden sich auch hier die Preise stark, je nachdem, ob es sich um individuell angefertigte Jahreslinsen oder um Standardlinsen handelt. In der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Mehrstärkenlinsen nur unter besonderen Voraussetzungen wie etwa bei sehr starker Fehlsichtigkeit. (red)