Augen, Nase und Ohren

Dumpfer Druck auf den Ohren

In der Erkältungszeit droht nicht nur ein Katarrh der oberen Atemwege. Dabei kann auch die Ohrtrompete verstopfen. Das schlägt auf die Hörqualität.

06.12.2020
Foto: Fotolia/Alexander Raths Foto: Fotolia/Alexander Raths

Herbstzeit ist Erkältungszeit. Schnell erwischt einen ein Infekt der oberen Luftwege – eben eine Erkältung, die mit Schnupfen einhergeht: Die Nase ist verstopft, das Atmen fällt schwer, dazu kommen Kopfschmerzen. In manchen Fällen schlägt die Erkältung auch auf die Ohren, man verspürt Druck auf ihnen und hört schlechter und dumpfer als sonst.
Während das Mittelohr beim gesunden Menschen durch den Nasenrachenraum beim Schlucken belüftet wird, funktioniert das beispielsweise bei einer Erkältung nicht mehr so gut. Etwa wenn die Schleimhaut in der sogenannten Tube (bzw. Ohrtrompete oder Eustachsche Röhre) anschwillt. Die Tube verbindet den Nasenrachenraum mit dem Mittelohr. Wird die Belüftung des Mittelohrs behindert, spricht man von einem Tubenkatarrh. „Die Luft in lufthaltigen Körperhöhlen wie der Paukenhöhle oder den Nasennebenhöhlen wird ständig von den auskleidenden Schleimhäuten aufgenommen. Kann von außen, also beim Mittelohr durch die Tube, keine Luft nachgeführt werden, entsteht ein Unterdruck“, erklärt der Hamburger
HNO-Arzt Dr. Gerhard Rejmanowski. „Am Ohr sorgt dieser Unterdruck dafür, dass das Trommelfell nach innen gezogen wird. Durch diesen Vorgang wird das Trommelfell vermehrt gespannt und ist weniger beweglich.“
Besteht ein Tubenkatarrh über mehrere Monate, kann er gerade bei Kindern zu einer fortschreitenden Einziehung des Trommelfells und zu einem Paukenerguss mit Schwerhörigkeit führen.
Abschwellende Nasentropfen sind hilfreich, ebenso die Übung, die Nase mehrmals täglich mit Zeigefinger und Daumen zuzuhalten und fest gegen den Widerstand auszuatmen. Dabei gelangt Luft ins Mittelohr. Meist verbessert sich sofort das Hörvermögen. (red)