Allgemeine Medizin

Beim Chorsingen mehr Abstand nach vorn

Corona hält uns auch weiterhin in Atem. Die Übertragung der Viren ist über Aerosole am größten. Doch worauf kommt es beim Singen an?

06.10.2020
Wegen Corona: kleine Gruppen und Distanz.	  Foto: Fotolia/Gerhard Seybert Wegen Corona: kleine Gruppen und Distanz. Foto: Fotolia/Gerhard Seybert
Foto: Asklepios

Dr. med. Gülay Ay
Fachbereichsleitung Hämatolgie/Onkologie und Pneumologie
Asklepios Paulinen Klinik



Mittlerweile steht fest, dass sich das Coronavirus auch über Atemaerosole verbreitet. Wie hoch das Risiko ist, sich beim Chorsingen damit zu infizieren, legt die aktuelle Aerosol-Studie dar. Dafür wurde der Chor des Bayerischen Rundfunks in einer Testreihe mit der LMU Klinikum München in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Erlangen (FAU) untersucht.

Abstand und Lüftung

Die Auswertung der Messungen über die abgestrahlten Aerosol-Wolken ergab: Zu ihren Kollegen nach vorne sollten die Chormitglieder einen größeren Abstand einhalten als zur Seite. Immer vorausgesetzt, dass der Raum permanent gelüftet wird und damit die Aerosole regelmäßig durch Frischluft entfernt werden. Besser wäre es zudem noch, wenn es zwischen den Sängerinnen und Sängern Trennwände gäbe.
„Wir haben nach vorne hin im Mittel Abstände von etwas weniger als einem Meter für den gesungenen Text gemessen, einige Sänger erreichten allerdings auch Weiten von 1 bis 1,5 Meter, so dass Sicherheitsabstände von 1,5 Metern wohl zu gering sind und Abstände von 2 bis 2,5 Meter sinnhafter erscheinen.
Die Daten beziehen sich allerdings nur auf die direkte Ausbreitung durch den Eigenimpuls beim Singen. Für die Sicherheit der Sänger ist es aber wichtig, dass die Aerosole auch permanent aus dem Raum entfernt werden, damit diese sich nicht ansammeln“, sagt Matthias Echternach, Leiter der Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am LMU Klinikum München.

Seiten sind sicherer

Zur Seite hin seien deutlich geringere Abstände als nach vorne nötig. Hier würden 1,5 Meter genügen, ergänzt Dr.-Ing. Stefan Kniesburges, Strömungsmechaniker am Universitätsklinikum Erlangen (FAU).

(red)