Sport, Knochen und Gelenke

Welcher Sport bei Knie-Arthrose?

Trotz Gelenkproblemen sollte man die regelmäßige Bewegung nicht scheuen. Sonst wird alles noch schlimmer. Es sollte nur die richtige sein.

28.02.2018
Im Winter ist Skilanglauf perfekt für die Gelenke.  Foto: Adobe Stock / serkat Photography

Fast jeder dritte 45- bis 67-Jährige in Deutschland hat Arthrose. Bei den über 65-Jährigen trifft der Gelenkverschleiß bereits jeden Zweiten. Viele Betroffene schonen sich, weil sie Schmerzen haben oder verunsichert sind, welche Belastung sie ihren Gelenken zumuten können. Der richtige Sport im richtigen Maß kann helfen, das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen. Und auch nach einer Operation verbessert Bewegung das Zusammenspiel zwischen Kunstgelenk, Muskeln und Knochen.

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Bewegen und dehnen

„Bei Gelenkproblemen gilt der sportliche Grundsatz: viel bewegen, wenig belasten“, erklärt Prof. Dr. med. Andrea Meurer, Präsidentin des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) 2017. „Ideal sind zyklische Bewegungen, die das Gelenk ohne Krafteinsatz gleichmäßig durchbewegen.“ Eine Kombination aus Ausdauereinheiten, Dehn- und Kräftigungsübungen ist am wirkungsvollsten, wenn man den ganzen Körper stärken und Verletzungen vorbeugen möchte. Die Expertin empfiehlt, täglich 30 bis 40 Minuten, mindestens aber zweimal pro Woche zu trainieren. Squash, Hand-, Fuß- oder Volleyball, Joggen, Reiten, Ski alpin und Tennis sind aufgrund der abrupten Richtungswechsel und der hohen Stoßbelastung eher schädlich fürs Gelenk.

Gewicht reduzieren

Meurer: „Generell gilt es, die Gelenke langsam an die Bewegung zu gewöhnen und Überbelastung zu vermeiden.“ Bandagen oder spezielle Einlagen könnten die Knie zusätzlich schützen.
Patienten mit Übergewicht sollten zunächst versuchen, ihr Gewicht zu reduzieren, denn überflüssige Pfunde erhöhen die Belastung für die Knie: Beim Gehen wirkt nämlich doppelt so viel Gewicht auf die Gelenke wie beim Stehen.
Auf keinen Fall sollten Patienten in eine Schonhaltung verfallen, so die Orthopädin. „Wer sich – etwa aus Angst vor Schmerzen – kaum noch bewegt, produziert weniger Gelenkflüssigkeit. Der Knorpel im Kniegelenk wird dann spröde, was zu noch mehr Verschleiß und Schmerzen führt.“ Mangelnde Aktivität erhöht das Risiko für Übergewicht, Stürze oder eine Osteoporose. (red)