Sport, Knochen und Gelenke

Übungen machen Gelenk-OPs sicherer

Mit dem Alter steigt das Operationsrisiko. Trotzdem wollen Hochbetagte noch mobil bleiben und den Eingriff wagen. Mit der richtigen Vorbereitung eine gute Idee.

28.06.2019
Eine gute Vorbereitung reduziert das OP-Risiko.  Foto: Fotolia / Picture-Factory Eine gute Vorbereitung reduziert das OP-Risiko. Foto: Fotolia / Picture-Factory

Wandern, Radfahren und Reisen, und das möglichst schmerzfrei – diese Hobbys liegen schwer im Trend. Doch es bleibt auch eine Tatsache, dass ein langsamerer Stoffwechsel, Blutarmut, Muskelschwund und die Einnahme mehrerer Medikamente – wie es in höherem Lebensalter oft der Fall ist – das Risiko einer Gelenk-OP für Ältere erhöhen. „Patienten, die über 80 Jahre alt sind und sich erstmals ein neues Hüft- oder Kniegelenk einsetzen lassen, haben eine dreifach erhöhte Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt im Zusammenhang mit dem Eingriff zu erleiden“, erläutert Professor Dr. med. Dieter Christian Wirtz, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC). „Auch die Gefahr, eine Lungenentzündung zu entwickeln, ist um den Faktor 3,5 gesteigert.“

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Blutvolumen anheben

Um diese Komplikationen zu vermeiden, raten die Experten zu einem „Blood-Management“ vor dem Eingriff. „Wir testen dafür den Hämoglobin-Wert“, erläutert Wirtz. Bei einem Wert unter zwölf liegt Blutarmut vor. In diesem Fall erhalten die Patienten vor der Operation Eisentabletten, um das Blutvolumen zu erhöhen. „Mit dem Ergebnis, dass die älteren Patienten dann nach dem Eingriff schneller auf den Beinen sind und vor allem weniger Transfusionen benötigen“, berichtet der DGCH-Experte. Mit einer sinkenden Transfusionsrate wiederum, das haben Studien gezeigt, verringern sich Sterblichkeit und Häufigkeit von Lungenentzündungen deutlich.

Medikamente und Physiotherapie

Zudem gehören alle Medikamente, die Ältere häufig zur Behandlung von anderen Erkrankungen vielfach parallel einnehmen, auf den Prüfstand. „Polypharmazie kann zu unerwünschten Wechselwirkungen führen und die Narkoseführung erschweren“, stellt Wirtz fest. „Deshalb sind nicht zwingend notwendige Arzneien in Absprache mit dem Arzt vor der Operation abzusetzen.“
Darüber hinaus hilft es, ältere Patienten schon vor dem Eingriff auf die spätere Physiotherapie vorzubereiten. Prof. Wirtz: „Studien zeigen, dass Patienten durch eine präoperative physiotherapeutische Schulung ihre Gehfähigkeit nach dem Eingriff schneller wiedererlangen.“ (red)