Sport, Knochen und Gelenke

Schmerztherapie bei Kreuzweh

Rückenschmerzen sind ein Volksleiden. Doch wer verhindern will, dass sie dauerhaft bestehen, sollte sich rechtzeitig an spezielle Fachleute wenden.

31.08.2017
 Foto: Fotolia_dStefan Redel Foto: Fotolia_dStefan Redel

Mehr als 80 Prozent der Men
schen haben mindestens einmal in ihrem Leben Rückenschmerzen. In der Regel sind Verspannungen in den Muskeln schuld, ausgelöst durch mangelnde Bewegung, Fehl- und Überbelastungen oder Stress. Die meisten Patienten können ihre akuten Schmerzen durch schmerz- und entzündungshemmende Mittel sowie konservative Maßnahme in den Griff kriegen. Und wer anschließend regelmäßig Rückengymnastik macht und beim Heben und Tragen aufpasst, hat gute Chancen, dass die Schmerzen nicht wiederkommen.

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Risikofaktor Psyche

Doch was, wenn ernstere Probleme vorliegen, Operationen nicht das gewünschte Ergebnis brachten oder psychologische Faktoren hinzukommen? Laut Deutscher Schmerzgesellschaft e. V. können letztere den Verlauf von Rückenschmerzen nachhaltig beeinflussen und eine chronische Schmerzerkrankung nach sich ziehen. So würden Beobachtungsstudien an Rückenschmerzpatienten zeigen, dass depressive Symptome eine Chronifizierung der Schmerzen wahrscheinlicher machten. Aus Angst vor den Schmerzen entwickeln dann viele Patienten einen Bewegungsstil, der auf Vermeidung ausgerichtet ist. Bewegungsmangel und Schonhaltungen aber können weitere orthopädische Probleme wie Knie- oder Hüftschäden nach sich ziehen.

Therapie-Kombi erfolgreich

Wenn Rückenschmerzen immer wieder auftreten und zu deutlichen Beeinträchtigungen führen, oder wenn man eine Chronifizierung noch aufhalten will, sollte man einen Schritt weiter gehen. In diesem Fall empfiehlt die Fachgesellschaft, einen Schmerztherapeuten oder eine schmerztherapeutische Einrichtung hinzuzuziehen. Denn diese haben die Möglichkeit, eine in den letzten Jahren entwickelte, multimodale (verschiedene Ansätze einbeziehende) Schmerztherapie (MMST) anzuwenden, die man individuell auf den Betroffenen zuschneiden kann. Hierbei
werden circa vier Wochen lang medizinische, psychologische und physiotherapeutische Maßnahmen in Einzel- und Gruppentherapien miteinander kombiniert und intensiv angewendet.
Laut Studienergebnissen hat sich die MMST bei chronischen Rückenschmerzen besonders bewährt und kann langfristige Erfolge verbuchen, vor allem bei Patienten mit chronischen nicht-spezifischen Rückenschmerzen. (red)