Sport, Knochen und Gelenke

Schleudertrauma: Frühe Diagnostik zählt

Bei einem Unfall wirken Urkräfte auf den Kopf ein. Diese können noch Jahre später Probleme bereiten.

21.09.2018
Auch ein Sturz kann später zu Nackenschmerzen führen.  Foto: AdobeStock / Robert Kneschke Auch ein Sturz kann später zu Nackenschmerzen führen. Foto: AdobeStock / Robert Kneschke

Ein Autounfall, ein Sturz auf glatten Wegen, ein Stolpern über die Türschwelle oder auch nur eine unglückliche, ruckartige Bewegung mit dem Kopf – all das kann zu einem Schleudertrauma führen. Dabei wirken sehr große Fliehkräfte auf den Kopf und die darunterliegenden Gelenke ein. Durch die plötzliche Beschleunigung des Körpers wird der Kopf oft doppelt oder dreifach hin- und hergeschleudert. Ist die Halsmuskulatur stark, halten sich die Folgen in Grenzen. Andere haben danach mit Beschwerden zu kämpfen. Zu den körperlichen Symptomen zählen leicht ziehende Schmerzen und Spannungsgefühlen in Nacken und Schultern, Knack- und Knirschgeräusche bei Bewegung („Sand im Getriebe“), Schwindel, Sehstörungen und Kopfschmerzen. Aber auch psychisch steckt man das Ganze nicht so leicht weg. Aggression, Wut, Ängste und schnelle Reizbarkeit können zu den unmittelbaren Folgen eines Schleudertraumas gehören.

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Problem Verharmlosung

Bei den meisten lassen diese Beschwerden innerhalb von wenigen Tagen und Wochen nach. Und bei oberflächlicher Betrachtung, scheint alles nur halb so dramatisch. Schließlich ist man auch froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist.
Doch für rund zehn Prozent der Betroffenen hat dieses Ereignis noch ein Nachspiel. Es drohen chronische Spannungen im Körper, vor allem im Nacken, aber auch Sprach-, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, leichte Ermüdbarkeit sowie schnelle Reizbarkeit und Ängste. Das Problem: Diese Folgesymptome werden dann nicht mehr in Zusammenhang mit der Ursache gesehen und meist falsch behandelt.

Diagnose und Therapien

Dauern die Beschwerden länger als ein paar Wochen danach noch an oder werden sie gar schlimmer, sollte man eine spezifische Behandlung in Anspruch nehmen.
Denn bei einem Schleudertrauma werden weiche Strukturen im Gehirn geschädigt. Durch Schäden an den Weichteilen in den Ligamenten der Halswirbelsäule haben Betroffene Schwierigkeiten, gezielt zu greifen. Ein Röntgenbild schafft Klarheit. Andere Spezialuntersuchungen, wie z. B. ein Upright-MRT, werden jedoch meist nicht gemacht. Dieses aber kann genau diese weichen Gewebeanteile der Kopfgelenkregion, wie Kapseln und Bänder, sichtbar machen.
Zur Linderung der körperlichen Beschwerden bewährt haben sich übrigens die Craniosakraltherapie und die Osteopathie oder beide Verfahren in Kombination. (red)