Sport, Knochen und Gelenke

Passive Bewegungsschienen für die Gelenke

Wer rastet, der rostet. Das gilt selbst nach einer Operation. Um schneller wieder fit zu werden, bekommen Patienten hier spezielle Schienen. Sie sind meist Teil einer komplexen Therapie.

10.06.2018
Eine gute Beratung durch den Arzt ist wichtig.  Foto: Fotolia / Monkey Business

Patienten, die an Knie- oder Schultergelenk operiert wurden oder konservativ behandelt werden, bekommen häufig eine motorbetriebene, passive Bewegungsschiene (CPM = Continuous passive Motion). CPM sollen helfen, die Beweglichkeit zu verbessern, Versteifungen zu verhindern und den Heilungsprozess zu unterstützen. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat nun untersucht, ob die Patienten davon tatsächlich Vorteile haben.
Dafür hat sie insgesamt 33 randomisierte kontrollierte Studien zu insgesamt sieben Fragestellungen ausgewertet. Erste, vorläufige Ergebnisse liegen vor. Demnach bieten die Schienen den Patienten vor allem in Bezug auf Schmerzen und Bewegungsumfang Vorteile.

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Gelenk früher wieder bewegen

Ein gerissenes Kreuzband am Knie oder ein steifes Schultergelenk bringen Bewegungseinschränkungen mit sich. Doch auch nach einer OP oder einer konservativen Behandlung, wie zum Beispiel einer Physiotherapie, können die Gelenke meist noch nicht gleich bewegt werden. Das allerdings wäre wichtig für den Heilungsprozess und die Lebensqualität der Betroffenen. Doch mithilfe der CPM wird das möglich, ohne dass die Patienten ihre Muskeln anspannen müssen.
Der Vorteil: Die betroffenen Gelenke können schon kurz nach einer Operation – etwa nach einer Implantation eines künst
lichen Kniegelenks oder dem Ersatz des vorderen Kreuzbands – wieder intensiv aktiviert werden. Aber auch bei einer konservativen Behandlung von Gelenken können sie verwendet werden, beispielsweise bei der Schultersteife.
In der Regel kommen die Schienen aber nicht allein, sondern als Teil einer multimodalen Therapie zum Einsatz und werden durch eine Physiotherapie ergänzt. Prinzipiell können CPM sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich oder aber zu Hause angewendet werden.

Weniger Schmerzen

Für die konservative Behandlung der Schultersteife lagen drei Studien mit insgesamt 128 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor, die CPM gegen Physiotherapie testeten. In Hinblick auf Schmerz zeigen die Ergebnisse einen Hinweis auf einen höheren Nutzen der CPM. Weniger Schmerzen haben auch Patienten mit einer Rotatorenmanschettenruptur und einer operationsbedürftigen Verletzung von Sehnen an der Schulter. Die maßgebliche Studie verglich Physiotherapie plus CPM mit Physiotherapie allein. Das IQWiG sieht Anhaltspunkte für einen höheren Nutzen.

Knie besser beugen

Was den Endpunkt Bewegungsumfang betrifft, hat die CPM bessere Ergebnisse vorzuweisen, wenn sie ergänzend zu Physiotherapie unmittelbar nach dem Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks in der Klinik angewendet wird. Einen Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen zeigen die Daten allerdings nur, wenn das Knie mindestens sechs Stunden täglich trainiert wird. Bei weniger als sechs Stunden zeigt sich dieser Effekt nicht.
Vor- oder Nachteile zeigt die CPM bei dieser Indikation für keinen der übrigen Endpunkte, seien es Schmerz, Kniefunktion, Notwendigkeit erneuter Eingriffe oder Lebensqualität. Das IQWiG bewertete in diesem Vorbericht Nutzen und Schaden der CPM ausschließlich für das Knie- und Schultergelenk. Eine bereits abgeschlossene Bewertung befasste sich mit aktiven Bewegungsschienen (CAM) bei einem Riss des vorderen Kreuzbands am Knie. (red)