Sport, Knochen und Gelenke

Mehr Bewegung für die Bandscheiben

Der Rücken ist eigentlich sehr beweglich. Doch bei schwacher Muskulatur geraten die Bandscheiben gehörig unter Druck. Selbst bei Schmerzen ist Schonung deshalb der falsche Weg.

02.08.2017
Die Rückenmuskulatur lässt sich auch sanft trainieren.   Foto: Fotolia_XtravaganT

Starke Schmerzen im Rücken und an der Wirbelsäule, verbunden mit Taubheitsgefühlen in Armen oder Beinen. Hierbei handelt es sich meist um Bandscheibenprobleme. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung (Faktencheck Rücken, 2016) berichten knapp 50 Prozent der Rückenschmerzpatienten, vor allem ältere, von Empfehlungen zur „Schonung“ und „Ruhe“ – vor allem von Hausärzten. Gerade bei Bandscheibenvorwölbungen ist jedoch Bewegung einer der entscheidenden Faktoren, um die Schmerzsymptome zu verringern. Die Bewegung der Rückenmuskulatur und Wirbelsäule aktiviert den Stoffwechsel in den Bandscheiben und trägt zur Erhaltung ihrer Elastizität bei.
In der Anatomie der Wirbelsäule wirken Bandscheiben wie Puffer zwischen den einzelnen Wirbelkörpern. Sie federn Stöße ab und halten das Wunderwerk Wirbelsäule flexibel. Ihr elastischer Kern und der äußere Ring werden jedoch in ruhendem Körperzustand kaum mit Nährstoffen und Flüssigkeit versorgt. Erst Bewegung regt den Stoffwechsel der Bandscheiben an.
Die Bandscheibe verhält sich ähnlich wie ein Schwamm: Unter Belastung werden Abfallstoffe ausgepresst und unter Entlastung Nährstoffe aufgesogen. Da bei Erwachsenen die komplette Nährstoffversorgung der Bandscheibe nicht etwa von Blutgefäßen, sondern von diesen Strömungsvorgängen abhängig ist, ist eine regelmäßige und korrekte Ent- und Belastung der Bandscheibenstrukturen enorm wichtig. Je öfter der Betroffene sich bewegt, desto größer ist die Chance, dass sich die Bandscheibe regeneriert. Zudem stärkt er damit seine gesamte Körpermuskulatur und sorgt für eine höhere Beweglichkeit seines Rückens.
Beides trägt zur Linderung der Schmerzen bei Bandscheibenproblemen bei. (red)

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