Sport, Knochen und Gelenke

Gelenkschmerzen durch Wetterwechsel?

Manche spüren das nächste Tief Tage vorher in den Knochen. Andere klagen bei großer Hitze über Gelenkbeschwerden. Forscher haben nun herausgefunden, was wirklich dahintersteckt.

12.09.2017
Foto: Fotolia_contrastwerkstatt Foto: Fotolia_contrastwerkstatt

Viele Menschen mit Arthrose oder nach einem Knochenbruch meinen, schon früher als mancher Meteorologe zu wissen, wie das Wetter der kommenden Tage wird. Sie spüren es förmlich in den Knochen. Eine neue Studie der University of Washington in Seattle brachte jedoch keinen Beleg dafür. Ursache von Gelenkbeschwerden seien demnach nicht die Temperaturen, sondern das veränderte Verhalten.
Zwar würden mit steigenden Temperaturen die Suchanfrage für Knie- und Hüftschmerzen bei Google in die Höhe schnellen, allerdings nicht wegen der Wärme an sich, sondern weil sich diese Menschen bei gutem Wetter mehr bewegten und oft auch überanstrengten, schlussfolgerte Studienleiter Scott Telfer. Dadurch käme es zu den Gelenkschmerzen.
Hintergrundinformationen zu Kniebeschwerden wurden demnach bei 23 Grad am häufigsten nachgefragt, zu Hüftschmerzen bei 28 Grad. Aber: Die Internet-Suche nach „Arthritis“ zeigte zur Überraschung der Forscher schon keinen klaren Zusammenhang mit dem Wetter mehr.
Danach hatte das Telfer-Team eigentlich gesucht. „Man hört immer wieder von Arthrose-Patienten, dass sie Wetterwechsel spüren würden“, sagte der Wissenschaftler. „Aber wir haben keinen direkten Mechanismus gefunden, der Umgebungstemperatur und Schmerz verbindet. Wir glauben eher, dass Leute an schönen Tagen aktiver sind und mehr dazu neigen, sich zu überanstrengen und zu verletzen, und dann online nach Informationen dazu suchen.“ (red)

Anzeige