Sport, Knochen und Gelenke

Dieser Sport stärkt den Rücken

Jeder dritte Deutsche leidet regelmäßig unter Kreuzschmerzen. Frauen sind besonders häufig betroffen. Mit Sport lässt sich vorbeugen. Das ist die Botschaft dieses heutigen Tages der Rückengesundheit!

15.03.2018
Joggen ist Fitness für den Rücken und die Psyche.  Foto: Fotolia_Syda Productins

„Rückenfit an der frischen Luft“ lautet das Motto des diesjährigen Tags der Rückengesundheit. Er möchte daran erinnern, dass jeder es größtenteils selbst in der Hand hat, Rückenschmerzen vorzubeugen. Vor allem durch regelmäßige Bewegung im Freien. Sportmediziner und Neurochirurg Dr. Michael Eichler, Leiter des Wirbelsäulenzentrums Fulda/Main/Kinzig, stellt Sportarten vor, mit denen sich sowohl die Rückenmuskulatur stärken als auch Sauerstoff tanken lässt.

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Joggen – Training für den unteren Rücken

Zu den vermutlich rückenfreundlichsten Sportarten gehört das ganz normale Laufen. Denn hierbei werden die Bandscheiben – kleine gallertartige Kissen zwischen den Wirbeln im Rücken – zusammengedrückt und ziehen sich wieder auseinander. Dadurch saugt sich das Gewebe mit wichtigen Nährstoffen voll und gibt unnötige ab, was es langfristig vital und voluminös hält. Daneben aktiviert das Joggen auch den oberen wie unteren Rücken. Denn beim abwechselnden Auftreten der Füße und beim Mitschwingen der Arme sowie Schultern drehen sich die Brustwirbel- und Lendenwirbelsäule regelmäßig hin und her. Wichtig ist dabei Laufen auf weichem Untergrund – harter Boden oder falsches Schuhwerk können der Wirbelsäule sogar schaden.

Nordic Walking – Gelenke entlasten

Eine äußerst fordernde Version des Laufens ist das Nordic Walking. Im Vergleich zum Joggen kräftigen die dynamischen Bewegungen der Arme und Beine die Rumpfmuskulatur. Durch den Einsatz von Laufstöcken fällt die Belastung auf die Gelenke geringer aus und eine optimale Bewegung der Arme wird gewährleistet. Gerade bei Menschen, die im Alltag viel sitzen und sich wenig bewegen, lohnt sich diese sanfte Art des schnellen Spazierens. In der idealen Form des Nordic Walkings steht der Aspekt der Ganzkörperbelastung im Vordergrund, denn nur wirklich belastete Muskulatur erzielt einen Trainingseffekt.

Fahrradfahren – Beckenboden trainieren

Radsport eignet sich besonders gut für die Kräftigung der Beckenbodenmuskulatur. Diese hilft dabei, die Wirbelsäule im Becken zu verankern. Dadurch können Probleme im Bereich des Iliosakralgelenks wirkungsvoll behandelt werden. Fahrer sollten allerdings unbedingt darauf achten, dass der Rücken eine aufrechte, nur leicht nach vorn geneigte Haltung einnimmt. Im Idealfall ist der Lenker etwa 20 Zentimeter höher als die Oberkante des Sattels. Zusätzlich schont das „Radeln“ auch die Gelenke. Denn das Körpergewicht lastet hier nicht direkt auf den Knien, sondern auf dem Sitz.

Bouldern – Fitness für den ganzen Rücken

Klettern an speziell präparierten Wänden, beispielsweise im Wald, stärkt insbesondere die Rücken-, aber auch Arm- und Schultermuskulatur. Außerdem streckt sich hierbei der komplette Körper, sodass sich dadurch oftmals Verspannungen lösen. Zusätzlich führt der Sport zu einer Steigerung der Konzentration: Stresserzeugende Gedanken an den Arbeitsalltag verfliegen und schafft einen klaren Kopf.

Schwimmen – die Reha für den Rumpf

Mit der richtigen Technik sorgt dieser Sport für eine gewisse Stärkung der gesamten Rumpfmuskulatur. Insbesondere bei Übergewicht und chronischen Wirbelsäulenerkrankungen raten Experten zu regelmäßigem Brust- oder Rückenkraulen, um den Gelenkstress nicht unnötig zu erhöhen. Denn anders als bei vielen anderen Bewegungsarten beschränkt sich die Belastung der Gelenke auf ein Minimum, da das Wasser einen Großteil des Körpergewichts trägt. Zusätzlich macht das Schwimmen im Freien den Organismus widerstandsfähiger und führt dem Körper durch das Sonnenlicht zusätzlich Vitamin D zu. (red)