Mund, Zähne und Kiefer

Zahnstein schonend entfernen

Keine noch so gute Putzdisziplin kann die professionelle Zahnreinigung beim Facharzt ersetzen. Ein innovatives Verfahren macht diese nun noch schonender und angenehmer.

01.03.2018
Tägliches Putzen ist gut, genügt aber meist nicht.  Foto: Fotolia / homonstock

Mindestens einmal, am besten zweimal im Jahr sollte man seine Zähne von einem Profi reinigen lassen. Denn trotz aller Bemühungen mit Zahnbürste, Zahnseide und Co. gelingt es oft nicht, alle Beläge zu entfernen. Mit der Zeit formt sich aus den verbleibenden Bakterien – meist auf der Zunge, zwischen den Zähnen, am unteren Zahnrand oder unter Prothesen – Zahnstein. Wie der Name schon verrät, ist dieser Keimteppich hart wie Stein und deshalb nur mit solider Zahntechnik zu entfernen. Geschieht das nicht, zieht sich das Zahnfleisch zurück, und der Zahn verliert irgendwann seinen Halt.
Zahnfleischbluten, Karies und Zahnschmerzen sind deutliche Warnsignale, dass es im Mund ein Keimproblem gibt.

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Verletzungen vermeiden

Ab dem 35. Lebensjahr steigt das Risiko, an einer Parodontitis – einer Zahnbettentzündung – zu erkranken. Unbehandelt kann sie lebenswichtige Organe schädigen, so zum Beispiel den Herzmuskel. Auch das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko steigt.
Deshalb sollte man diese Probleme nicht ignorieren, rät der Bundesverband der Zahnärzte. Eine professionelle Zahnreinigung (PZR) kann die Belege entfernen. Meist kommen hier aber scharfe Polierpasten, Ultraschall oder in schwerwiegenderen Fällen sogar die Kürettage, also einer oberflächlichen Abtragung der Keime durch einen scharfen Löffel, zum Einsatz. Dabei wird das Zahnfleisch jedoch oft unnötig verletzt. Auch ist die Prozedur für Patienten häufig unangenehm bis schmerzhaft, sodass diese keine weiteren Termine mehr wahrnehmen.

Keimen an den Kragen gehen

Eine sanftere Methode ist die Pulverstrahltechnik (Air-Flow). Bei dieser Methode werden die Zähne mit einem durch Druckluft erzeugten Strahl aus Wasser und Salz oder Wasser und Sand beschossen. Meist wird hier Natriumbikarbonat verwendet. Durch den Strahl werden die Zahnoberflächen von Belägen und Zahnstein befreit. Auch können damit Stellen erreicht werden, die mit einer normalen Zahnbürste nicht erreicht werden.

Verbesserter Reinigungseffekt

Eine innovative Weiterentwicklung ist die Prophylaxe-System Guided Biofilm Therapy (GBT): Dabei wird in einem ersten Schritt der bakterielle Biofilm im Mundraum mit einer Farblösung sichtbar gemacht. Anschließend entfernt das neuartige Pulver-Wasser-Luftgemisch aus Erythritol vorhandene Erreger. Dieser Zuckeraustauschstoff weist im Gegensatz zu seinem Vorgänger Xylitol verbesserte Eigenschaften auf. Zum einen erhöht er die mechanische Reinigungswirkung, die individuell mithilfe feiner oder grobkörnigerer Strahlung auf die jeweilige Mundsituation abgestimmt wird. Zum anderen desinfiziert er und hemmt den Stoffwechsel übriggebliebener Bakterienstämme im Zahnzement.
Diese Kombination poliert achtmal effektiver die Zahnoberfläche und verkürzt die Behandlungszeit auf 45 Minuten. Auch den temperierten Wasserstrahl von 40 Grad empfinden viele Patienten als angenehm.
Angst vor der professionellen Zahnreinigung braucht damit niemand mehr zu haben. Und schließlich halten regelmäßige Kontrolltermine die Mundgesundheit aufrecht. (red)