Mund, Zähne und Kiefer

Welche Zahnfüllung ist die beste?

Ein Loch im Zahn muss schnell gefüllt werden. Doch welches Material ist am besten geeignet? Hier die Vor- und Nachteile.

18.03.2018
Ein Röntgenbild zeigt, wie krank der Zahn wirklich ist. 	 Foto: Fotolia / Dan Race

Damit ein erkrankter Zahn erhalten bleibt, bohren Zahnärzte betroffene Kariesstellen auf, säubern diese und verschließen entstandene Lücken randdicht mit Füllstoffen. „Im Hinblick auf die dafür genutzten Materialien gibt es jedoch eine große Auswahl, die sich vor allem in Preis und Haltbarkeit, aber auch in Verträglichkeit und ästhetischen Merkmalen unterscheiden“, erklärt Dr. Christoph Sliwowski, Leiter der Zahnimplantat-Klinik Düsseldorf im St. Vinzenz-Krankenhaus, und beschreibt in der folgenden Übersicht, auf welche Kriterien Patienten bei der Auswahl achten sollten.

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Amalgam – stabil, aber giftig

Lange Zeit bevorzugten Ärzte Amalgam als kaufestes Material für Zahnfüllungen – auch wenn es ästhetisch nicht die erste Wahl sein mag. Doch der Werkstoff ist kostengünstig und dichtet den Zahn gut ab. Zudem besitzt er eine Haltbarkeit von über zehn Jahren. Allerdings lösen sich Amalgamfüllungen langsam auf und stehen aufgrund ihres Quecksilbergehalts in Verdacht, Beschwerden wie andauerndes Müdigkeitsgefühl, Kopf- und Kieferschmerzen, aber auch Muskelkrämpfe auszulösen. Ab Juli 2018 wird die Verwendung bei Kindern, werdenden Müttern und stillenden Frauen gesetzlich eingeschränkt.

Kunststoff – das Provisorium

Zahnfüllungen aus Kunststoff, die der Zahnmediziner auch als Komposite bezeichnet, gelten als günstige Alternative. Je nach Mundhygiene halten sie in der Regel 4 bis 9 Jahre. Allerdings gilt dies nur für lichthärtende Komposite, die aus modernen Hochleistungskunststoffen, beispielsweise PEEK, bestehen. Bei chemisch härtenden Kunststoffen bilden sich beim Aushärten häufig Mikrorisse, in denen Bakterien ideal Unterschlupf finden und zur erneuten Kariesbildung führen. „Dank der verbesserten Materialeigenschaften treten weniger Verschleißerscheinungen sowie kaum Farbveränderungen beim Genuss spezieller Lebensmittel wie Kaffee oder Rotwein auf“, informiert Dr. Sliwowski.

Gold – solide und haltbar

Als eines der langlebigsten, verträglichsten, aber auch teuersten Materialien für Zahnfüllungen kommt Gold zum Einsatz. Aufgrund seiner besonders harten Eigenschaft setzen Ärzte das Edelmetall bevorzugt im hinteren Bereich der Backenzähne ein. Hier sind die Kaubelastungen am größten und die markante Optik fällt am wenigsten auf. Goldfüllungen halten in der Regel 10 bis 15 Jahre und schließen Lücken randdicht ab, daher bieten sie Karies und weiteren Krankheitserregern keinen Raum.

Keramik – optisch top, aber teuer

Da sich die Farbe von Keramik präzise anpassen lässt und auch seine Lichtdurchlässigkeit derjenigen der Originalzähne gleicht, gilt der Werkstoff als Favorit unter den Zahnfüllungen – vor allem im Seiten- und Frontzahnbereich. Patienten schätzen ihn zudem aufgrund der guten Verträglichkeit und der langen Haltbarkeit von 10 bis 12 Jahren. Unangenehme Nebeneffekte, wie das Abplatzen spröde gewordener Füllungen, gehören dank weiterentwickelter Materialtechnik der Vergangenheit an. Allerdings sind die Kosten hier hoch. Die Krankenkassen zahlen nur einen Zuschuss. (red)