Mund, Zähne und Kiefer

Karies und Parodontose sanft entfernen

Schmerzen oder Blut gehören nicht in den Mund. Schon beim kleinsten Anzeichen sollte man zum Zahnarzt gehen. Sanfte Therapien nehmen die Angst.

12.08.2019
Angst vor dem Zahnarzt muss nicht mehr sein.  Foto: Fotolia / Andrey Popoy Angst vor dem Zahnarzt muss nicht mehr sein. Foto: Fotolia / Andrey Popoy

Gesunde Zähne, aber auch Implantate und anderer Zahnersatz, wie Brücken oder Kronen, stehen und fallen mit einem gesunden Zahnfleisch. Denn das besteht aus einem komplexen Netzwerk aus Blutgefäßen, Lymphgefäßen und Nervenfasern, die einen gesunden „Boden“ brauchen, um ihre Funktion zu erfüllen.
Die Nerven verlaufen vom Zahnmark, der sogenannten Pulpa, bis ins Zahnbein, auch Dentin genannt. „Dadurch können wir Wärme, Kälte, Druck oder chemische Reize wahrnehmen – und eben auch Schmerzen“, weiß Oberarzt Dr. Markus Reise, Zahnarzt in der Poliklinik für Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie unter der Leitung von Universitätsprofessor Dr. Dr. Bernd W. Sigusch am Universitätsklinikum Jena (UKJ).

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Karies als Hauptursache

Zahnschmerzen sind häufig die Folge von Karies – Zahnfäule. Sie entsteht, wenn der bakterielle Biofilm, die Plaque, nicht regelmäßig und gründlich von den Zähnen entfernt wird. Das nämlich begünstigt säurebildenden Mikroorganismen, die darunterliegende Zahnhartsubstanz zu zerstören. Im schlimmsten Fall führt das zu einer sehr schmerzhaften Entzündung des Zahnmarks (Pulpitis). „Patienten bemerken Karies leider oft erst, wenn sie fortgeschritten ist, eben in Form eines schmerzenden Zahnes oder eines Lochs. Daher ist es wichtig, zweimal im Jahr zur zahnärztlichen Kontrolle zu gehen“, bestätigt Reise. Die Zahnärzte können schon kleinste Karieslöcher erkennen und entsprechend frühzeitig therapieren.
Abwarten und Schmerztabletten nehmen, verschafft nur kurzzeitig Linderung. Die Ursache des Übels aber bekämpfen sie nicht.
Die bakterielle Infektion des Zahnes kann sich ausbreiten und auf den umliegenden Kieferknochen übergreifen, warnt der erfahrene Zahnarzt. Doch damit nicht genug. Sogar in den gesamten Hals- und Kopfbereich bis hin zum Brustraum können sich die Bakterien ausbreiten. Reise: „Derartige Infektionen können für den Patienten lebensbedrohlich werden.“

Schonende Softlaser

Viele scheuen jedoch aus Angst den Zahnarzt. Dabei kann man Karies heute teils ohne Bohrer entfernen. Zum Beispiel mit dem Laser und/oder per Kariesinfiltrationstherapie. Das geht allerdings nur, wenn die Löcher noch nicht zu groß sind. Für Zahnfleischentzündungen gibt es eine schonende Softlasertherapie. „Angst sollte nie der Grund sein, eine Behandlung zu scheuen“, sagt Reise. (red)