Kinder und Familie

„Frühjahrskinder“ häufiger allergisch?

Wenn die Natur zum Leben erwacht, beginnt für Pollenallergiker die Leidenszeit. Studien sagen, dass Kinder, die in diese Saison hineingeboren werden, auch späer häufiger Allergiker werden.

18.04.2018
Foto: fotolia_ulkas

Im Frühjahr Geborene scheinen häufiger und schwerer von Allergien betroffen zu sein als andere. Diese Vermutung bekommt durch eine aktuelle Studie der Akademischen Klinik Parma in Italien neue Nahrung, wie eine Auswertung der elektronischen Daten aus der Krankenhaus-Datenbank dieser Klinik ergab. Für die Studie filterten Forscher alle Patienten heraus, die innerhalb eines Jahres wegen akuter allergischer Reaktionen in die Klinik kamen. Insgesamt 588 erwachsene Patienten, davon mehr Frauen (328) als Männer (260) im Alter von durchschnittlich 43 Jahren, plus/minus 18 Jahre. Dazu gehörten Patienten mit akuter allergischer Urtikaria (Nesselsucht), akutem Angioödem (tiefer gelegene Schwellungen an Gesicht, Hand- und Fußrücken) oder Anaphylaxie (eine durch Allergene hervorgerufene heftige Reaktion des Immunsystems wie Kreislaufschock oder Organversagen).
Das Ergebnis: Patienten mit einem Geburtsdatum im Frühling (März, April oder Mai) waren mit 26,2 Prozent der Fälle von akuten allergischen Problemen deutlich häufiger betroffen. Denn in dieser Region liegt der Anteil der „Frühlingsgeburten“ in der Bevölkerung lediglich bei 23,1 Prozent. Am seltensten häufig kamen Patienten mit diesen Allergien in die Klinik, die im Herbst geboren waren. Im Vergleich zu ihnen hatten die im Frühjahr geborenen Patienten ein um 19 Prozent höheres Risiko für eine Aufnahme in der Notfallambulanz. Gegenüber anderen Jahreszeiten (Sommer und Winter) ein um 12 Prozent erhöhtes Risiko. Bei besonders schweren Reaktionen wie einem ausgeprägten urtikariellen Angioödem oder einer Anaphylaxie hatten „Frühjahrspatienten“ sogar ein um 86 Prozent höheres gegenüber den „Herbstkindern“ beziehungsweise 53 Prozent im Vergleich zu den in den anderen Jahreszeiten Geborenen. Offenbar scheint der frühe Kontakt mit Allergenen, die über die Atemwege in den Körper gelangen, vor allem Pollen, eine Rolle dabei zu spielen. Ein wissenschaftlicher Beleg ist diese erste Datenauswertung allerdings noch nicht. (red)

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