Haut, Haare und Ästhetik

Neue Bio-Matrix stützt Implantate

Frauen, die sich für eine Brust-OP entscheiden, hoffen auf ein gutes Ergebnis, das anhält. Doch auch bei Implantaten wirkt die Schwerkraft.
Eine neue OP-Methode verhindert ein Absacken.

09.02.2018
Brustimplantate bekommen einen BH unter die Haut.  Foto: AdobeStock / Lars Zahner

Ob nach einer Schwangerschaft, einer Brustkrebserkrankung, einem starken Gewichtsverlust oder bedingt durch das zunehmende Alter – es gibt viele Gründe, warum sich Frauen für eine Operation an den Brüsten entscheiden. Durch Straffungen, Vergrößerungen oder Rekonstruktionen der Brust erhalten sie eine schöne Silhouette. Doch Implantate haben ein gewisses Eigengewicht und werden nur von Haut beziehungsweise – je nach Operationsmethode – von wenigen Muskeln getragen. „Auch nach einem chirurgischen Eingriff sacken die Brüste über die Jahre deshalb wieder ab“, erklärt Dr. med. Mehmet Atila, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie aus Düsseldorf. Chirurgen berechnen dies bei der Platzierung der Implantate ein, doch über die Jahre erschlaffen die Muskeln sowie das Bindegewebe und sorgen so für ein Absacken der Brüste mitsamt dem Implantat.

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Stütznetz unter der Haut

Durch eine neue innovative Methode lässt sich dies jedoch verhindern. Dafür wird ein kleines Netz, auch „Matrix“ genannt, eingesetzt, das die Brüste stützt, ein sogenannter „innerer BH“. Damit lassen sich die Implantate vom Facharzt an der Stelle fixieren, an der er sie später einsetzt.
Dafür wird das Netz während der Operation an zwei Punkten befestigt. Die obere Seite der Matrix wird am Muskel fixiert, die untere Seite in der Unterbrustfalte. „Somit wird das Implantat in einer sogenannten Hängematte gehalten“, erläutert Atila. Vor allem bei großen Implantaten oder schwachem Bindegewebe sorgt die neue Operationstechnik für ein lang anhaltendes, gutes Ergebnis. Zudem unterstützt der „innere BH“ die Abheilung des Weichteilgewebes und entlastet die Nähte. Das reduziert die Breite der Narben, die durch das Gewicht des Implantats entstehen.

Eigenes Material

Bei Bruststraffungen oder -reduktionen lässt sich dieser „innere BH“ aus der eigenen Haut formen. Dazu wird die obere Schicht der überschüssigen Haut entfernt, um aus der darunter liegenden Lederhaut, der sogenannten Dermis, und dem Bindegewebe dieses Netz zu bilden.
Bei Brustvergrößerungen lässt sich dieses Verfahren jedoch nicht anwenden. Hier kann nur ein speziell dafür eingesetztes Netz das spätere Absacken verhindern. Diese Netze bestehen aus synthetischen oder fremden organischen Stoffen. (red)