Haut, Haare und Ästhetik

Chronischer Stress macht alt

Ein hoher Stresspegel macht uns langfristig älter als wir sind. Der Grund: Das Ergbut wird dadurch an bestimmten Stellen verändert.

19.05.2017
Wer ständig überlastet ist, sieht schneller die Zeichen der Zeit.    Foto: Fotolia_evgenyatamanenko Wer ständig überlastet ist, sieht schneller die Zeichen der Zeit. Foto: Fotolia_evgenyatamanenko

Haben Menschen erheblichen und lange Zeit andauernden chronischen Stress, kann das ihren Alterungsprozess beschleunigen. Ein Forschungsteam um Elisabeth Binder, Direktorin am Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München, hat dies an hochgradig traumatisierten Afroamerikanern festgestellt. Der Grund sind epigenetische Veränderungen an Bindungsstellen des Rezeptors für das Stressmolekül Glukokortikoid. „Glukokortikoide stellen wichtige Stressmoleküle dar. Sie binden an den Stresshormon-Rezeptor an und können dann in praktisch jedem wichtigen Organ des Körpers ihre Wirkung entfalten“, erklärt Anthony Zannas, Erstautor der unlängst veröffentlichten Studie. „Der Rezeptor reguliert die Gen-Aktivität unter anderem dadurch, dass er Veränderungen in der DNA-Methylierung hervorruft. Dies kann eine lang anhaltende‚ epigenetische Reprogrammierung‘ zur Folge haben. Wir haben herausgefunden, dass diese durch Stress bedingte Reprogrammierung an den Stellen im Erbgut stattfindet, die auch mit Alterungsprozessen in Verbindung gebracht werden.“
Die Untersuchungen der Studie zeigten, dass Personen, die über eine weite Lebensspanne hinweg hohem Stress ausgesetzt waren, epigenetisch älter eingestuft wurden, als es von ihrem eigentlichen biologischen Alter zu erwarten wäre. Zu viel Stress kann somit altersbedingte Erkrankungen fördern, indem zeitweilige Gen-Aktivierungen (Epigenetik) durch Stress-Rezeptoren ausgelöst werden. Die Messung des „epigenetischen Alters“ in Blutproben könnte chronisch Gestresste mit hohem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Demenz identifizieren. Entsprechend könnten frühzeitig Präventionsprogramme eingeleitet werden, so die Forscher. (red)

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