Gehirn, Psyche und Verhalten

Offline ist der Urlaub erholsamer

10.07.2019
Foto: AdobeStock / photobyphotoboy Ständige Erreichbarkeit kann Burnout fördern.

Endlich Urlaub, endlich kann man entspannen und den Arbeitsalltag hinter sich lassen. Vielleicht wirft man nur für einen kurzen Moment einen Blick in das E-Mail-Postfach. Oder lässt man das lieber sein?
In Zeiten des technologischen Wandels kann man heute dank einer guten Internetverbindung, eines Laptops und mithilfe eines Mobiltelefons von überall arbeiten und ist immer erreichbar. Auch im Feierabend sind 30 Prozent der Arbeitnehmer*innen erreichbar. Im Urlaub sind es sogar 37 Prozent. Damit sind allerdings auch 30 Prozent der Beschäftigten unzufrieden. Im Projekt "MASTER – Management ständiger Erreichbarkeit" werden unter anderem die Auswirkungen arbeitsbezogener Erreichbarkeit untersucht und Gestaltungsansätze erarbeitet. "Rechtlich gesehen gibt es für Beschäftigte ohne hohe Führungsposition keine Verpflichtung dazu, im Urlaub für Arbeitsbelange erreichbar zu sein. Für eine optimale Regeneration ist es wichtig, Abstand zu den Anforderungen des Arbeitsalltages zu bekommen. Daher sollte man eine Erreichbarkeit für Arbeitsbelange im Urlaub möglichst vermeiden", erklärt Psychologe Eberhard Thörel vom Projekt MASTER.
Die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) gibt basierend auf Erkenntnissen von MASTER 5 Tipps, wie Arbeitgeber oder Arbeitnehmer*innen mit dem Thema Erreichbarkeit nachhaltig und mitarbeiterfördernd umgehen können. Änderungen im Büroalltag helfen dabei entspannt in den Urlaub zu kommen.
Diese fünf Vorschläge helfen sowohl Arbeitgebern, Arbeitnehmer*innen als auch Selbstständigen:
1. Disconnect: Versuchen Sie Arbeit und Freizeit gedanklich und räumlich klar zu trennen. Greifen Sie nicht ständig zu mobilen Dienstgeräten. Die Arbeit ins Schlafzimmer oder in die Küche zu verlagern, mag eine Zeit lang gemütlich sein. Doch auf Dauer leidet die Erholungsfähigkeit, auch im Urlaub.
2. Erwartungen klären: Führungskräfte und Beschäftigte sollten gegenseitig Erwartungen klären und gemeinsam eine Lösung finden, die Sie entlastet.
3. Absprachen treffen: Klar kommunizierte Regeln beugen Burnouts vor. Führungskräfte und Beschäftigte sollten sich an Absprachen halten. Versenden Sie z.B. spätabends oder am Wochenende keine Mails.
4. Vertretungen organisieren: Kümmern Sie sich frühzeitig darum, dass wichtige Aufgaben während Ihrer Urlaubszeit von Kollegen erledigt werden. Kommunizieren Sie rechtzeitig Ihre Vertretung und stellen Sie eine Abwesenheitsnotiz ein. Nur so können Sie im Urlaub abschalten und bleiben leistungsfähig.
5. Vorrausschauend planen: Stellen Sie sicher, dass Sie keine Fristen und Termine verpassen und priorisieren Sie wichtige Aufgaben vor Ihrer Abwesenheit. Planen Sie am besten ein paar Tage Puffer rund um den Urlaub. (red)

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