Gehirn, Psyche und Verhalten

Bei Depressionen den Vagusnerv stimulieren

Die Erkrankung kann unbehandelt sehr gefährlich sein. Eine neue Studie zeigt, dass eine Zusatzbehandlung bessere Behandlungsergebnisse erzielt als die konventionelle Therapie allein.

26.02.2018
Auch junge Mütter können eine „Wochenbettdepression“ bekommen.  Foto: Fotolia / tiagozr

Eine Depression ist keine Laune, sondern eine schwerwiegende Erkrankung, die Betroffene wie Angehörige schwer belastet. Unter den Patienten sind viele Ältere und chronisch Kranke. Medikamente, die die Symptome bessern, schlagen jedoch nicht bei allen an. Nun fanden US-Wissenschaftler heraus, dass eine Vagusnervstimulation (VNS) zusätzlich zur üblichen Depressionsbehandlung langfristig bessere Ergebnisse zeigt als die konventionelle Behandlung allein.
Bei allen Patienten aus der Beobachtungsstudie waren bereits vier oder mehr Depressionsbehandlungen – auch eine Elektrokrampftherapie (EKT) – gescheitert. Patienten mit Psychosen in ihrer Vergangenheit oder Bipolar-Erkrankte (mit schneller Abfolge manischer und depressiver Episoden) wurden ausgeschlossen. Die Wirksamkeit der Behandlung wurde mittels Responserate (Abnahme der Werte in der Montgomery-Åsberg Depressionsskala um mindestens 50 Prozent) zu jedem Arztbesuch in der Studienzeit bewertet. Das zweite Wirksamkeitsmaß war die Rückbildung der Symptome.
Litten die Patienten zu Beginn der Studie noch unter einer chronischen, mäßigen bis schweren Depression, zeigten die zusätzlich Vagusnerv-Stimulierten bessere klinische Ergebnisse als die konventionell behandelte Gruppe: Ansprech- als auch Remissionsrate waren messbar erhöht. Patienten mit nicht-erfolgreicher Elektrokrampftherapie schienen ihre Depressionssymptome mit der VNS-Behandlung verbessern zu können. (red)

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